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Die Teilzeitquote stieg geringfügig von 21,1 Prozent im dritten Quartal 2005 auf mittlerweile 21,3 Prozent.

Foto: APA/DPA/Weigel
Wien - Deutlich mehr Österreicher als noch im dritten Quartal des Vorjahres standen von Juli bis September 2006 in "Brot und Lohn". Mit über vier Millionen Beschäftigten hatten damit 71,9 Prozent der Österreicher einen Job. Auch die Arbeitslosenquote sank gegenüber 2005 von 5 auf 4,3 Prozent. Schlecht steht es um die Jugend- und die Ausländerbeschäftigung: Deren Arbeitslosenquote war mit 9,3 beziehungsweise 9,1 Prozent fast drei Mal so hoch wie bei den Inländern insgesamt (3,7 Prozent). Teilzeitarbeit bleibt eine Domäne der Frauen.

Laut den Ergebnissen der Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria waren heuer im dritten Quartal im Durchschnitt 4,025 Millionen Österreicher erwerbstätig und 180.000 arbeitslos. Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen (also der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung) lag nicht saisonal bereinigt bei 71,9 Prozent, die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent.

Merklich gebessert

Im Vergleich zum dritten Quartal 2005 habe sich die Lage am Arbeitsmarkt aber merklich gebessert, so die Statistiker. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs um 132.000, die Erwerbstätigenquote erhöhte sich von 69,8 Prozent auf 71,9 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen nahm hingegen um 26.000 ab. Damit sank die Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent auf 4,3 Prozent.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten beide Geschlechter, wenn auch unterschiedlich stark: Die Arbeitslosenquote der Männer ging von 4,5 Prozent auf 3,7 Prozent zurück, jene der Frauen von 5,7 Prozent auf 5 Prozent. Damit blieb die Arbeitslosenquote der Frauen deutlich über jener der Männer.

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 68.000 auf 58.000. Die Joblosenquote unter den Jugendlichen sank damit von 11,1 Prozent auf 9,3 Prozent. Von den als arbeitslos gezählten Jugendlichen befanden sich 17.000 gleichzeitig in Ausbildung (Schule, Universität) - gleich viele wie im dritten Quartal 2005. Das bedeutet, dass sich diese Jugendlichen auf der Suche nach einem Ferialjob oder einer Nebenbeschäftigung befanden. Laut EU-Definition gelten sie damit als arbeitslos.

Hohe Arbeitslosigkeit und Jungen und Ausländern

Eine hohe Arbeitslosenrate ist aber nicht nur unter den Jugendlichen zu beobachten, sondern auch unter den Ausländern. Auch wenn bei letzteren ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen ist, sind Nicht-Österreicher dennoch von Arbeitslosigkeit besonders betroffen, so die Statistik Austria. Über alle Altersgruppen hinweg war ihre Arbeitslosenquote mit 9,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie jene der Inländer mit 3,7 Prozent.

Im Bundesländervergleich lag die Arbeitslosenquote in allen Bundesländern niedriger als im Vorjahr. Nur in Wien war die Arbeitslosenquote mit 8,3 Prozent über dem Österreich-Durchschnitt, gefolgt vom Burgenland mit 4,3 Prozent. Danach folgten Kärnten und Vorarlberg mit je 3,7 Prozent sowie Niederösterreich und die Steiermark (je 3,5 Prozent). Die niedrigste Arbeitslosigkeit verzeichneten Salzburg (3 Prozent) sowie Oberösterreich und Tirol (je 2,7 Prozent).

Das Plus bei den Erwerbstätigen setzt sich aus einer Zunahme bei den unselbständigen Tätigkeiten um 103.000 (inklusive geringfügig Beschäftigte und freie Dienstnehmer) und einem Plus von 29.000 bei den Selbstständigen und Mithelfenden zusammen. Überdurchschnittliche Zunahmen gab es bei unternehmensnahen Dienstleistungen (plus 4 Prozent), aktuell aber auch in vielen Branchen des produzierenden Sektors.

Höheres Angebot an Vollzeitstellen

Die Belebung des Arbeitsmarktes führte auch zu einem höheren Angebot an Vollzeitstellen, entgegen dem Trend der letzten Jahre. Dabei entfiel der weitaus größere Teil des Beschäftigungswachstums, nämlich rund drei Viertel, auf einen Anstieg der Vollzeit-Arbeitsplätze.

Gleichzeitig stieg die Teilzeitquote geringfügig von 21,1 Prozent im 3. Quartal 2005 auf mittlerweile 21,3 Prozent. Unter den nun 858.000 Teilzeitbeschäftigten waren mehr als vier Fünftel Frauen (720.000), das entspricht 39,6 Prozent aller erwerbstätigen Frauen, berichten die Experten. Von den Männern arbeiteten hingegen nur 6,3 Prozent in Teilzeit. (APA)