Brüssel/Pristina/Belgrad - Die in Brüssel ansässige International Crisis Group (ICG), hat vor einer weiteren Verzögerung einer Lösung zum künftigen Status des Kosovo gewarnt. Es gebe wachsende Besorgnis, dass die im November von UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari angekündigte Aufschiebung des Vorschlages zum künftigen Status des Kosovo bis nach der serbischen Parlamentswahl am 21. Jänner womöglich nicht die letzte sein werde und dass sich der Prozess bis Mitte 2007 verlängern dürfte, heißt es in einer ICG-Analyse, auf welche sich kosovarische Medien berufen.

Es wurde ferner darauf hingewiesen, dass die US-Behörden bei ihrem Vorhaben einer schnelle Status-Lösung auf die Europäische Union angewiesen seien. Dies betreffe vor allen die Drohungen Moskaus, im UNO-Sicherheitsrat Gebrauch von ihrem Vetorecht zu machen. Russland könnte damit die Unabhängigkeit des Kosovo verhindern. "Die nervösen kosovo-albanischen Führer sind besorgt, dass sie den öffentlichen Druck nach dem März nicht mehr aushalten werden können", heißt es in der Analyse.

Die Kontaktgruppe für den Kosovo, deren Mitglieder die USA, Russland, Deutschland, Italien, Großbritannien und Italien sind, soll nach Meinung der ICG nicht zulassen, dass es nach dem 21. Jänner zu weiteren Aufschiebungen bei dem Lösungsvorschlag Ahtisaaris kommt. Sie soll auch dafür sorgen, dass der Vorschlag möglichst schnell vor den UNO-Sicherheitsrat kommt. Deutschland, das am 1. Jänner den EU-Vorsitz übernimmt, möge die Vereinigung aller Mitgliedstaaten hinter dem Vorschlag Ahtisaaris zu ihrer größten Priorität machen, forderte die ICG. (APA)