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apa/zb/Jens Kalaene
Spenden sammeln hat zu Weihnachten Hochsaison. Privat dürften Österreicher heuer laut Institut für Spendenwesen (ÖIS) über 400 Millionen Euro ausgeben, um die etwa 1000 Organisationen wettstreiten. Caritas und Rotes Kreuz erhalten traditionell am meisten. Zuerst wird Geld für Kinder, dann für Behinderte und an dritter Stelle gegen den Hunger in der Welt gegeben. Dies mit Hilfe einer Menge Society-Prominenz, die sich selbst für den guten Zweck inszeniert.

Statt Sekt & Lachs zu verschicken, widmen zunehmend mehr Firmen ihr Weihnachtsbudget regelmäßig karitativen Zwecken. Und geben auch über das Jahr verteilt Marketing- und Gewinnanteile national und international für das Helfen aus. Diese Aktivitäten laufen unter den großen Überschriften Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit. Investoren, Kunden, Partner verlangen mittlerweile, dass sich ihre Unternehmen um mehr scheren als um ihre Quartalsprofite. Ein solches Bewusstsein und Handeln wird auch als Ausweis einer Unternehmenskultur für die Attraktivität als Arbeitgeber immer wichtiger. Wir haben unser aktuelles Karrierenforum der Frage „Rechnet sich CSR?“ gewidmet und weit mehr als „weiche“ Antworten von wegen „Imagewirksamkeit“ und „gute Werbeauftritte“ gefunden. Wie stark das Bewusstsein, auch für die Umwelt und für die Gemeinschaft verantwortlich zu sein, bereits verankert ist, zeigt die Entwicklung der Rechnungslegung für diesen Bereich: Experten erwarten Standards für die Bewertbarkeit der CSR in einigen Jahren.

Zurück zum Spenden: Laut Institut für Höhere Studien (IHS) haben heimische Firmen 2002 etwa 92 Mio. Euro gespendet. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Und diese schon etwas angejahrte Erhebung diente eigentlich als Grundlage für eine einheitliche steuerliche Absetzbarkeit der Geldgaben. Aber: Noch immer belohnt die Steuer in Österreich nur Spenden für Wissenschaft und Forschung. Das ist nicht zeitgemäß. (Karin Bauer, Der Standard, Printausgabe 23./24./25./26.12.2006)