Hannover - In Deutschland ist einem Zeitungsbericht zufolge erneut ein Kleinkind an Mangelernährung gestorben. Das berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Samstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Hildesheim. Man ermittele wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen, zitierte das Blatt Behördensprecher Bernd Seemann. Das rund ein Jahr alte Mädchen starb demnach an Flüssigkeitsmangel.

Allerdings gebe es keinen Hinweis darauf, dass das Kind vernachlässigt wurde: Die Eltern seien offenbar von einer Heilpraktikerin falsch über die Ernährung des Kindes informiert worden. Die Ermittlungen richten sich dem Bericht zufolge sowohl gegen die Eltern als auch gegen die Heilpraktikerin.

Rat von Heilpraktikerin

Nach Informationen der Zeitung hatte die Mutter den falschen Rat befolgt, die Stillzeit zu reduzieren. Dadurch habe das Kind zu wenig Flüssigkeit bekommen, und sei daran schließlich gestorben. Die im Landkreis Hildesheim lebenden Eltern seien am vergangenen Dienstag mit ihrer kranken Tochter in ein Kinderkrankenhaus nach Hannover gefahren. Dort hätten Ärzte aber nur noch den Tod des Mädchens feststellen können.

Acht Tage zuvor seien die Eltern mit ihrer Tochter noch bei einer der üblichen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt gewesen. Anschließend sei es zu dem Fehler bei der Ernährung gekommen. Dem Bericht zufolge lebt die Familie in gutbürgerlichen Verhältnissen. Das zuständige Jugendamt habe festgestellt, dass das zwei Jahre alte Geschwisterkind des kleinen Mädchens in einer guten Verfassung sei.

Erst am Freitag war bekannt geworden, dass im bayerischen Erding ein Säugling an Mangelernährung gestorben war. Die Eltern des zwei Monate alten Mädchens sollen laut Polizei wegen Pflegemangels dessen Tod verschuldet haben. (APA/AP)