Neue digitale Verbreitungswege werden in den kommenden Jahren das Wachstum der Medien- und Unterhaltungsbranche beschleunigen. Die Unternehmen müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen, um auch in Zukunft Wachstumspotenziale ausschöpfen zu können, so das Ergebnis einer weltweiten Studie. Accenture befragte mehr als 130 Top-Manager der Medien- und Unterhaltungsbranche zu deren Strategien für die Zukunft.

Das kräftige Wachstum werde nach Ansicht der Studienteilnehmer besonders durch zwei Faktoren getrieben: Neue Vertriebswege und neue Inhalte. 67 Prozent der Befragten erwarten, dass neue Verbreitungswege wie etwa Online, Mobilfunk, Satelliten- und Kabelfernsehen oder Fernsehen per Internet (IPTV) das Wachstum in der Medienbranche vorantreiben werden. Rund ein Fünftel der befragten Manager (21 Prozent) prognostizieren, dass vor allem neue Inhalte und Formate die Medienindustrie wachsen lassen. "Mit einer zunehmenden Anzahl von Vertriebskanälen wird der 'Hunger' auf neue, exklusive Inhalte automatisch zunehmen. Um sich vom Massenmarkt zu differenzieren, besteht eine Chance für professionelle Anbieter darin, gezielt hochwertige neue Inhalte zu produzieren", so Nikolaus Mohr, Partner im Bereich Media & Entertainment bei Accenture.

Größte Zuwächse im Bereich Online-Plattformen

Mit den größten Zuwächsen rechnen fast 90 Prozent der Befragten im Bereich Online-Plattformen, gefolgt von mobilen Diensten (73 Prozent) sowie Satelliten- und Kabelkanälen (41 Prozent). Auch die noch relativ junge Technologie IPTV betrachten 36 Prozent als einen der Kanäle mit entsprechendem Wachstumspotenzial. Trotz der positiven Wachstumsprognosen für IPTV werden die Erfolgsaussichten der neuen digitalen Verbreitungsform ganz unterschiedlich eingeschätzt. Die große Mehrheit der Führungskräfte (78 Prozent) aus der TV-Branche ist der Ansicht, IPTV werde das traditionelle TV-Geschäft grundlegend revolutionieren. "Trotz eines zu erwartenden raschen Wachstums werden signifikante Umsätze erst in drei Jahren erreicht", meint Mohr. "Die großen Erwartungen in die neue TV-Technologie werden durch die noch unzureichende Kenntnis der Konsumenten gedämpft - hier besteht noch Nachholbedarf".

Medienunternehmen mit eigenem Programmangebot in Pole-Position

Über vier Fünftel der Studienteilnehmer (83 Prozent) erwarten, dass Medienunternehmen, die selbst Inhalte und Formate anbieten, für den künftigen Wettbewerb am besten positioniert sind. Anbieter von Inhalten wie etwa Fernsehprogrammen, Filmen, Werbung oder Büchern haben demnach die besten Zukunftschancen. Mohr: "Durch die Verfügbarkeit neuer Vertriebskanäle müssen die Produzenten von Inhalten ihre Angebote über möglichst viele Wege gleichzeitig vermarkten". Wem das jetzt schnell und mit einem einheitlichen, überzeugenden Marktauftritt gelingt, der wird im Wettbewerb die Nase vorn haben."

Viele Telekommunikationsunternehmen sehen sich demgemäß nicht mehr als reine Infrastrukturanbieter, sondern wollen eigene Unterhaltungsangebote vermarkten. Fast zwei Drittel der Befragten (60 Prozent) glauben, dass die Telekommunikationsbranche für den künftigen Wettbewerb in der Medienindustrie gut aufgestellt ist. Für die Kabel- und Satellitenbetreiber sehen 44 Prozent der Befragten eine gute Positionierung, die Aussichten des Einzelhandels als Vertriebskanal gelten mit 14 Prozent allgemein als eher schlecht.

Zu den Bereichen, die in den kommenden fünf Jahren am stärksten wachsen werden, gehören nach Ansicht der befragten Studienteilnehmer insbesondere Fernseh-Formate (50 Prozent) und Werbung (31 Prozent), aber auch Videospiele (23 Prozent), Verlagsprodukte (22 Prozent), Musik (22 Prozent) sowie Filme (21 Prozent). "User Generated Content kann sicherlich als alternative Geburtstätte für neue attraktive Inhalte angesehen werden", so Mohr. (red)