Bangkok - In Thailand hat das vom Militär eingesetzte Parlament ein Jahresbudget verabschiedet, das eine deutliche Erhöhung des Rüstungsetats vorsieht. Dem Verteidigungsministerium wurde ein um fast 34 Prozent erhöhtes Budget zugeteilt. Das Geld werde gebraucht, um seit Jahren bestehende Finanzierungslücken zu stopfen und um gegen einen blutigen Aufstand von Moslems im Süden des Landes vorzugehen, erklärte das Ministerium.

Davon bezahlt werden soll auch eine neue Einheit mit mehr als 13.000 Soldaten und Polizisten. Das so genannte "Friedenskommando" soll unter anderem mit Geheimdienstmethoden für Ruhe im Land sorgen.

Kriegsrecht

Das Militär hatte im September Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gestürzt. Die Hälfte des Landes steht weiterhin unter Kriegsrecht. Die Putschisten begründen dies damit, dass Anhänger Thaksins daran gehindert werden sollen, Unruhe zu stiften.

Im neuen Jahresbudget wird ein Etat für Sonderausgaben um ein Fünftel gekürzt, aus dem Thaksin Entwicklungsprogramme in den ländlichen Gebieten finanzierte. Dort hatte seine ehemalige Partei Thai Rak Thai besonders starken Rückhalt. Insgesamt umfasst der am späten Mittwochabend verabschiedete Haushalt für das Finanzjahr 2006/2007 umgerechnet rund 43 Milliarden Dollar (32,7 Mrd. Euro) - etwas mehr als zuvor von Thaksin vorgeschlagen. (APA/Reuters)