Caracas - Venezuela hat die Kritik der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) an der Pressefreiheit unter Präsident Hugo Chavez zurückgewiesen. Die Schließung des regierungskritischen Fernsehsenders RCTV sei keine Zensur, sondern diene im Gegenteil dem Erhalt der Meinungsfreiheit, teilte das Außenministerium in Caracas am Samstag mit. Die Kritik der OAS sei darüber hinaus eine "ungerechtfertigte Einmischung" in die inneren Angelegenheiten Venezuelas. Die geäußerten Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage. OAS-Generalsekretär Sekretär Jose Miguel Insulza hatte am Freitag eine Ankündigung von Chavez, die Lizenz des Oppositions-nahen Senders RCTV nicht verlängern zu wollen, als Einschüchterung der Presse kritisiert. Der linksorientierte Chavez steht mit den privaten, Unternehmer-nahen Fernsehkanälen in seinem Land seit langem auf Kriegsfuß. Der Linkspopulist Chavez, der im staatlichen Fernsehen eine allwöchentliche Anrufsendung persönlich moderiert, hat wiederholt damit gedroht, private Fernsehsender wegen angeblicher Umsturzversuche zu schließen. Der OAS gehören insgesamt 35 amerikanische Staaten an, darunter neben Venezuela u.a. auch die USA, denen gegenüber Chavez kritisch eingestellt ist und denen er "Imperialismus" vorwirft.(APA/Reuters)