Im Wettstreit um die Zuschauergunst hat die RTL-Gruppe im abgelaufenen Jahr trotz Verlusten ihren Vorsprung zur Senderfamilie ProSiebenSat.1 ausgebaut. Die zum Bertelsmann-Konzern gehörenden RTL-Sender RTL Television, Vox, RTL 2, Super RTL und n-tv kamen bei den 14- bis 49-jährigen zusammen auf einen Marktanteil von 31,8 Prozent, wie aus den am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Daten der Marktforschungsgruppe GfK hervorgeht.

Diese Altersgruppe gilt als besonders attraktiv für die Werbekunden der privaten Fernsehsender, die sich nicht über Gebühren finanzieren. Obwohl dieser RTL-Zuschaueranteil um 0,4 Prozentpunkte zurückging, vergrößerte sich der Abstand zur Münchener Senderfamilie: Die Gruppe aus ProSieben, Sat.1, kabel eins, N24 und 9Live verlor ebenfalls und kam hier auf einen Marktanteil von 29,7 Prozent nach 30,5 Prozent im Vorjahr.

Sport-Events brachten Einbußen

Beide Sendergruppen hatten während der Übertragung der Olympischen Winterspiele im Februar bei ARD und ZDF Einschaltquoten abgegeben. ProSiebenSat.1 brachen zudem im Sommer Zuschaueranteile weg, als die Fußball-Weltmeisterschaft von ARD, ZDF und RTL übertragen wurde. Im vierten Quartal habe der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe aber bei 30 Prozent gelegen, teilte ProSiebenSat.1 mit. Die Position als stärkster Sender des Konzerns in der werberelevanten Zielgruppe übernahm 2006 ProSieben dank Spielfilmen wie "Der Fluch der Karibik" oder "(T) Raumschiff Surprise".

Zugewinne verbuchten 2006 wie berichtet die öffentlich-rechtlichen Sender, die vor allem von der Fußball-Weltmeisterschaft profitierten. In der werberelevanten Zielgruppe baute das erste Programm der ARD den Anteil auf 8,6 (Vorjahr 8,1) Prozent aus. Das ZDF kam auf 7,8 (7,3) Prozent. Trotz leichter Einbußen blieb der Kölner Sender RTL klar die Nummer Eins: Dank Sport, TV-Dauerbrennern wie "Deutschland sucht den Superstar" oder "Wer wird Millionär?", Eigenproduktionen und US-Serien lag der Anteil bei 15,6 (16) Prozent.

ARD an der Spitze

Beim Gesamtpublikum baute die ARD ihren Anteil deutlich auf 14,2 (13,5) Prozent aus, gefolgt vom ZDF mit 13,6 (13,5) Prozent und RTL mit 12,8 (13,2) Prozent. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) untersucht die Fernsehnutzung in Deutschland für die in der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) zusammengeschlossenen Sender von ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL. (APA/Reuters)