Zehn Millionen Euro will der neue ORF-General Alexander Wrabetz in seine Programmreform investieren, höhere Gebühren sind nicht vor 2008 zu erwarten. Wrabetz will die Durchschaltung der "ZiB 1" beenden. Kritiker fürchten um eine letzte Verbindung zwischen ORF 1 und ORF 2, eine öffentlich-rechtliche Bastion quasi. Unter seiner Führung werde es keine wirtschaftliche Trennung der Kanäle oder gar Privatisierung von ORF 1 geben: "Das ist die einzige Frage, wo ich mit meinem ausgeglichenen Gemüt sehr rabiat würde. Vorher muss man mich wegräumen", sagt Wrabetz und erinnert sich dann etwas leiser: "Das ist auch anderen schon passiert." Durchschaltung "eine Art Schimäre"

Nur mit der "ZiB 1" nachzuweisen, dass ORF 1 öffentlich-rechtlich ist, "das glaubt einem niemand mehr". Bei dutzenden Konkurrenzprogrammen sei die Durchschaltung "ohnehin eine Art Schimäre". Und die Politik habe "keinen Anspruch, um 19.30 vor dem Bürger zu erscheinen". Jedenfalls nicht durchgeschaltet.

In ORF 1 soll parallel zur "ZiB 1" die junge Daily Soap "Mitten im 8." laufen, ein eher älterer Bezirk Wiens. Der General zum seit Jahren diskutierten Projekt: "Wir riskieren das." Davor ein "Infotainmentmagazin"; die Nachrichten in ORF 1 um 20 Uhr. Bundesländerinfo ab 17.05 Uhr ORF 2 tauscht "Willkommen" gegen Bundesländerinfo ab 17.05 Uhr. Auch in Reformstufe 1 von 3 ab April: "Schauplatz" am Freitag um 21.20 Uhr, ein Dokutermin mehr im Hauptabend, ein neuer "Club 2" mittwochnachts nach dem "Weltjournal", "ZiB 3" früher und in ORF 1, was bei Ereignissen längere "ZiB 2" ermöglicht, monatliches Bürgerforum als Wanderzirkus, Sendeleiste für europäischen Film nach der "ZiB 2", "Kreuz & quer" früher und länger. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 3.1.2007)