Brasilia - Brasilien hat im vergangenen Jahr in der Handelsbilanz ungeachtet der Aufwertung der Landeswährung Real einen Rekordüberschuss von 46,077 Milliarden US-Dollar (knapp 35 Mrd. Euro) erzielt. Wie das Ministerium für Entwicklung und Handel am Dienstagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Brasilia weiter mitteilte, wurde der Handelsüberschuss des Vorjahres (44,7 Mrd. Dollar) um 3,08 Prozent übertroffen. Die Regierung hatte sich einen Überschuss von 44 Milliarden Dollar als Ziel gesetzt.

Experten hatten wegen der inzwischen seit über drei Jahren anhaltenden Stärke des Real im Vergleich zu den Leitwährungen Dollar und Euro ein Absinken des Überschusses im Außenhandel vorausgesagt. Die wegen der Verteuerung im Prinzip geringere Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Produkte sei 2006 unter anderem durch die günstige Lage an den Rohstoffmärkten kompensiert worden, erklärten nun Experten das unerwartet gute Ergebnis. Exporteure beklagen allerdings seit mindestens zwei Jahren, dass der stark gestiegene Wert der brasilianischer Währung auf die Margen drückt.

Nach den offiziellen Angaben verzeichnete das größte Land Lateinamerikas im vergangenen Jahr Exporte im Wert von 137,47 Milliarden US-Dollar, was einen Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zu 2005 bedeutete. Die Importe hätten unterdessen im selben Zeitraum 91,4 Milliarden Dollar betragen. Sie seien damit um 24,2 Prozent gewachsen. Für das Jahr 2007 sagen die Experten eine Reduzierung des Handelsüberschusses auf rund 38 Milliarden US-Dollar voraus. (APA/dpa)