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Wien - 727 Menschen sind 2006 im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Laut Innenministerium handelt es sich um "die bisher absolut niedrigste Anzahl von Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 56 Jahren". Die Behörde will die positive Entwicklung durch weitere Schwerpunktkontrollen, modernisierte Technik und möglichst viele Polizisten auf den Straßen fortführen.

Sogar 1951 wurde mit 777 Verkehrstoten eine höhere Anzahl registriert. Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr mit 2.948 Toten, sind es weniger als ein Viertel der Todesopfer von damals, obwohl sich der Fahrzeugbestand seither mehr als verdoppelt hat. Noch vor sieben Jahren starben 1.079 Menschen im Straßenverkehr, heute liegt die Zahl knapp ein Drittel niedriger als 1999. 727 Verkehrstote bedeutet auch 5,3 Prozent oder 41 Menschenleben weniger verloren als 2005.

Bis Ende August 2006 hatte der Rückgang aber sogar noch 14,6 Prozent betragen. Ein wichtiger Faktor der Verkehrssicherheit ist das Wetter: Schlechte Bedingungen bedeuten oft geringeres Verkehrsaufkommen und reduzierte Fahrgeschwindigkeiten. So hat laut Otmar Bruckner vom Referat für Verkehrsdienst des Innenministeriums 2006 ein langer, strenger Winter von Jänner bis März für stark gesunkene Werte bei den tödlichen Unfällen gesorgt. Der schöne Herbst hingegen habe den Blutzoll wieder ansteigen lassen. Am 28. Oktober starben dann bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der B303 in Niederösterreich gleich sechs Menschen auf einmal - das folgenschwerste Unglück in Österreich seit dem 10. August 2004, als auf der L256 bei Hallein in Salzburg sechs britische Businsassen tödlich verunglückten.

Unter dem Strich bleibt trotzdem ein deutlicher Rückgang, auch bei den allgemeinen Unfallzahlen: Bis Ende November 2006 (aktuellere Werte liegen noch nicht vor) ging auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden (minus 2,8 Prozent) und die der dabei Verletzten (minus 2,6 Prozent) zurück, sagte Bruckner der APA.

Für 2007 will das Innenministerium die Modernisierung der Verkehrsüberwachungsgeräte vorantreiben. Der Einsatz der Alkoholvortestgeräte werde fortgesetzt. Die Radargeräte sollen schrittweise auf digitale Systeme umgerüstet werden.

Die Opfer waren 382 Pkw- und 35 Lkw-Insassen, 96 Motorradfahrer, acht Autobus-Insassen, 38 Mopedfahrer, 47 Radfahrer, 107 Fußgänger und 14 Menschen, die mit Traktoren, Microcars, Quad etc. unterwegs waren. Gegenüber 2005 stark zurückgegangen ist die Anzahl der getöteten Pkw-Insassen, bei Motorradfahrern gab es einen leichten Rückgang. Einen stärkeren Anstieg gab es bei Bus-Insassen und Fußgängern.

Hauptunfallursache ist wie immer zu hohes Fahrtempo mit einem Anteil von 33 Prozent. Alkoholisierung am Steuer als Mitgrund ist, trotz eines Rückganges der Alkoholunfälle insgesamt, von 5,3 auf 6,4 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Verkehrstoten unter 14 Jahren ist nach dem Anstieg im Vorjahr (2004: 22; 2005: 25) zurückgegangen: 23 Kinder kamen ums Leben. Jugendliche (18 bis 26 Jahre) und hier vor allem die männlichen Pkw-Lenker sind für fast ein Viertel (24,6 Prozent) aller tödlichen Unfälle verantwortlich.

Bei Unfällen mit Geisterfahrern kamen zwei Menschen ums Leben (2005 waren es 8, 2004: 1; 2003: 3). Zwölf Verkehrsteilnehmer starben bei Unglückenin Straßentunneln (2005: 8). In Baustellenabschnitten ereigneten sich elf tödliche Unfälle. (APA)