Wien - In der Affäre um den Konkurs des Finanzdienstleisters AMIS haben nun die Geschädigten ihre Drohung wahr gemacht und Klage gegen die Depotbank Sella Bank Luxembourg (früher IBL) eingebracht. Die 30-seitige Feststellungsklage stammt von Anwalt Lukas Aigner (Kanzlei Kraft & Winternitz) und wurde vom AMIS Sammelklageverein, der rund 2.700 AMIS-Opfer vertritt, in Auftrag gegeben. Finanziert wird sie vom Prozessfinanzierer AdvoFin um Franz Kallinger, berichtet das "WirtschaftsBlatt" in der Donnerstag-Ausgabe.

"Es wird eine Musterklage geführt, in der abgeklärt werden soll, dass die Kontrollpflichten durch die Depotbank in jeder Art und Weise vernachlässigt worden sind und ein Schadenersatzanspruch besteht", so Kallinger zur Zeitung. Für die deutschen Anleger will er in Deutschland klagen. Anwalt Aigner ist demnach der Ansicht, dass die Depotbank gegenüber den Anlegern für die Differenz zwischen dem eingezahlten Kapital abzüglich der künftigen Zahlungen aus der Liquidation der AMIS-Fonds haftet. Insgesamt geht es um knapp 60 Mio. Euro.

Die Sella Bank will aber offenbar von einer Schuld nichts wissen. "Die haben gesagt, unsere Mandanten sind dort nicht bekannt und es gibt keine Rechtsbeziehung", sagte Anwalt Aigner. Und weiter: "Dabei haben wir einen Anleger herausgegriffen, der 1,6 Millionen Euro direkt überwiesen hat und haben die Kontounterlagen übermittelt." Sella-Anwalt Christoph Petsch konterte dem Bericht zu Folge in einem knappen Schreiben: "Der alleinige Umstand der Einzahlung von Geldbeträgen auf Konten der Depotbank der beiden Sicav AMIS Funds und Top Ten Multifonds rechtfertigt nicht die Annahme, dass dadurch auch eine Rechtsbeziehung zu unserer Mandantin entstanden ist." (APA)