Washington - Mit der Machtübernahme der Demokraten im US-Kongress rücken deren führende Politiker als Gegenspieler von US-Präsident George W. Bush ins Rampenlicht. Im Folgenden ein Überblick:

Repräsentantenhaus:

- Nancy Pelosi will als erste Frau an der Spitze das Repräsentantenhauses US-Präsident George W. Bush das Leben schwer machen. Die 66-jährige energiegeladene Kalifornierin ist eine der entschiedensten Gegnerinnen Bushs, der Republikaner und des Irak-Kriegs.

- Tom Lantos, ein Überlebender des Holocaust, wird den Ausschuss für internationale Beziehungen leiten. Der 78-Jährige stimmte für den Irak-Krieg und spricht sich inzwischen für einen Dialog mit den so genannten Schurkenstaaten aus. Lantos reiste bereits mehrmals nach Nordkorea.

- John Conyers gehört der Gruppe schwarzer Parlamentarier an. Der 77-Jährige wird in der neuen Legislaturperiode den Justizausschuss leiten. Im vergangenen Jahr hatte sich Conyers für die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Bush ausgesprochen, was Pelosi ablehnt.

- Keith Ellison ist der erste Muslim, der in den Kongress gewählt wurde. Der 42-Jährige erregte im Vorfeld der ersten Sitzung Aufsehen mit seiner Ankündigung, den Amtseid auf den Koran ablegen zu wollen.

Senat:

- Harry Reid führt die demokratische Mehrheit im Senat an und damit die politische Tagesordnung der Kammer. Der 67-jährige Mormone gilt trotz seiner vorwiegend konservativen Haltung bei gesellschaftlichen Themen als kämpferisch und verfolgt eine kompromisslose Haltung gegenüber dem Weißen Haus.

- Joseph Biden gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2008. Der 63-jährige Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Senats hat angekündigt, er werde alles tun, um eine Aufstockung der US-Truppen im Irak zu verhindern. Im Oktober 2002 gab Biden dem Einsatz im Irak seine Zustimmung, nachdem er lange gegen eine US-Invasion im Alleingang gekämpft hatte. Er tritt für eine Aufteilung des Irak in autonome Regionen ein, um das Land zu befrieden.

- Carl Levin, der den Irak-Einsatz seit jeher ablehnt, leitet den Streitkräfteausschuss des Senats. Der 72-Jährige wirft der US-Regierung vor, absichtlich die Beziehungen zwischen dem früheren irakischen Staatschef Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk Al Kaida übertrieben dargestellt zu haben. Der Verfechter der Genfer Konventionen und entschiedene Folter-Gegner ist für einen baldigen Beginn des Truppenabzugs aus dem Irak.

- Patrick Leathy , der im Oktober 2001 einen mit dem Milzbranderreger Anthrax verseuchten Brief erhielt, übernimmt den Vorsitz des Justizausschusses im Senat. Der 66-Jährige ist ein entschiedener Verfechter der individuellen Freiheiten und will ein umstrittenes Gesetz kippen, das Häftlingen im Gefangenenlager Guantanamo jeglichen Zugang zu juristischen Verfahren verbietet. (APA)