München/Moskau - Zwei Tage vor dem tödlichen Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko ist in London nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" ein russischer Diplomat unter rätselhaften Umständen gestorben. Igor Ponomarjow wollte mit Litwinenkos italienischem Kontaktmann Mario Scaramella zusammenkommen, starb aber einen Tag vor dem vereinbarten Treffen am 30. Oktober 2006, wie der "Focus" (Montagsausgabe) berichtet. Der 41- Jährige habe sich plötzlich schlecht gefühlt, starken Durst bekommen binnen kurzer Zeit mehrere Liter Wasser getrunken und sei kurz darauf gestorben.

Die Angehörigen hätten den Verdacht geäußert, der Tod stehe in Zusammenhang mit der Litwinenko-Affäre. Die Leiche wurde nach "Focus"-Angaben eilig aus London nach Russland gebracht und ohne Obduktion bestattet. Als Todesursache hätten die russischen Behörden einen Herzinfarkt angegeben.

Scaramella hatte sich nach den busherigen Ermittlungsergebnissen mit dem ehemaligen russischen Agenten Litwinenko am 1. November in einer Londoner Sushi-Bar getroffen, wo dieser von Unbekannten mit radioaktivem Polonium verseucht wurde. Drei Wochen später starb Litwinenko in einer Londoner Klinik. (APA/dpa)