Manila - Philippinische Soldaten haben nach Militärangaben mindestens sieben Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf getötet. Die Männer seien am Samstag auf einem Boot in Gewässern der südlichen Provinz Tawi-Tawi gestellt worden, hieß es. Dabei sei es zu einem Feuergefecht gekommen.

Den Angaben zufolge befand sich unter den Getöteten auch einer der Abu-Sayyaf-Führer, die im Mai 2001 die Entführung von 20 Menschen, darunter drei amerikanische Touristen, veranlasst haben sollen. Judnam Jamalul stand in den USA auf der Liste international gesuchter Terroristen. Einer der entführten Amerikaner wurde seinerzeit enthauptet, ein zweiter kam bei einer gewaltsamen Befreiungsaktion im folgenden Jahr ums Leben.

Auf den als "Schwarzer Mörder" titulierten Jamalul war eine Eingreiferprämie von 40.000 Dollar (30.572 Euro) auch wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Entführung von 21 Touristen zu Ostern 2000 ausgesetzt. Die von der malaysischen Ferieninsel Sipadan auf die Insel Jolo verschleppten Urlauber - darunter die deutsche Familie Wallert - waren erst nach monatelangen Verhandlungen freigelassen worden.

Die Marine habe die Abu-Sayyaf-Männer bis in die Küstengewässer der Insel Balimbing gut 1.000 Kilometer südlich von Manila verfolgt und aufgebracht, sagte Flottenadmiral Geronimo Defensor. Auf Seiten der Regierungstruppen habe es keine Verletzten gegeben.

Laut Militärangaben wurden am Samstag ferner zwei Abu-Sayyaf-Mitglieder festgenommen. Sie seien in einem Restaurant in der südlichen Stadt Zamboanga gefasst worden. Ihnen werde die Belagerung eines dortigen Krankenhauses sowie die Entführung und Tötung einer Krankenschwester zur Last gelegt, hieß es.

Die militante Moslemgruppe auf den Philippinen soll Kontakte zum internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida haben. Sie wird für zahlreiche Anschläge verantwortlich gemacht; im Vorjahr sollen 3.000 Menschenleben auf das Konto der Terrorgruppe gegangen sein. Auf der Liste der meist gesuchten Terroristen der US-Bundespolizeibehörde FBI stehen drei Abu Sayyaf-Mitglieder. Für sie sind Ergreiferprämien von je fünf Millionen Dollar (3,82 Mio. Euro) ausgesetzt. (APA/AP/dpa)