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Foto: APA/Kienzl
Bozen - Die möglicherweise älteste auf der Welt erhaltene Druckerpresse steht in Südtirol. Es handelt sich um ein hölzernes Gerät, das um das Jahr 1550 erbaut wurde. Auf der Maschine sollen unter anderem Unterlagen für das Konzil von Trient gedruckt worden sein.

Es gebe keine Dokumente mehr, aus denen das genaue Datum des Baues hervorgehe, erzählte Besitzer Andreas von Mörl von der Druckerei A.Weger in Brixen. Anhand verschiedener Unterlagen lasse sich die Geschichte der Maschine aber nachzeichnen. Die hölzerne Druckerpresse stand ursprünglich in der Druckerei des Giacomo Mascaria in Riva am Gardasee im benachbarten Trentino. In dieser Zeit wurden unter anderem auch auf dieser Maschine Unterlagen für das Konzil von Trient (1545 bis 1563) gedruckt.

Initialen

Mascaria sei Jude gewesen und habe vor allem jüdische Schriften in seiner Druckerei hergestellt, erzählte Von Mörl. Während des Konzils hätten mehrere Druckereien in der Umgebung von Trient Unterlagen gedruckt. Mascaria habe deshalb auch katholische Schriften hergestellt.

Er schloss seine Druckerei 1563. Nur ein Jahr später eröffnete einer der Angestellten Mascarias, Donatus Fezius, in Brixen eine Druckerei. Die Initialen "G.M." auf der Maschine deuteten darauf hin, dass er die Druckerpresse und verschiedene andere Utensilien übernommen habe.

Wie aus den Unterlagen der Druckerei A.Weger hervorgehe, war die Presse dann sicher bis 1829 im Betrieb. Danach wurde sie auf den Dachboden gestellt, wo sie vor einigen Jahren entdeckt und dann renoviert wurde.

Mittlerweile darf sich der Südtiroler über mehrere Kaufangebote freuen. Interessenten gebe es aus Japan und den USA. Ein Verkauf komme aber nicht in Frage, versicherte von Mörl. Derzeit würden geeignete Räume in Brixen gesucht, um das historischer Stück einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. (APA)