Wien - Sondereffekte haben beim börsenotierten steirischen Rennsport- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing Systems das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2005/06 (per Ende September) nahezu aufgezehrt: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist gegenüber dem Jahr davor von 3,5 auf 0,42 Mio. Euro geschrumpft. Pankl musste heuer ihr Aktienoptionsprogramm aufwandswirksam in die Bilanz hineinnehmen, hieß es am Mittwoch aus dem Unternehmen. Der Konzernumsatz stieg um 13,3 Prozent auf 93,4 Mio. Euro.

Das operative Betriebsergebnis vor Berücksichtigung von einmaligen Sonderbelastungen belief sich auf 5,0 Mio. Euro - nach 4,2 Mio. Euro im Vorjahr - und entsprach somit einer operativen EBIT-Marge von 5,3 Prozent. Die Sonderbelastungen in Höhe von 4,6 Mio. Euro seien auf die strategischen Weichenstellungen im Rahmen der Entwicklungsprojekte Converter und Getriebe, die das Ergebnis einmalig negativ belasteten, zurückzuführen, teilte Pankl ad hoc mit. Unter Berücksichtigung der Einmalaufwendungen ergab sich ein EBIT von 422.000 Euro. Nach Hinzurechnung von Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und für das immaterielle Anlagevermögen in Höhe von 8,2 Mio. Euro ergab sich - vor Berücksichtigung der Einmaleffekte - ein EBITDA von 13,2 Mio. Euro (nach 14,0 Mio. Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr). Dieser Wert entspricht einer EBITDA-Marge vor Sonderbelastungen von 14,1 Prozent (2005/06: 17 Prozent).

Finanzergebnis etwas schwächer

Das Finanzergebnis belief sich auf 1,058 Mio. Euro und stellt sich im Vergleich zum Vorjahr bedingt durch das gestiegene Zinsniveau etwas schwächer dar (2004/05: 667.000 Euro). Die mit 781.000 Euro ausgewiesene positive Ertragsteuer resultiert wie im Vorjahr (2004/05: 973.000 Euro) aus der Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von 831.000 Euro. Der Periodengewinn betrug somit 145.000.

Das Umsatzwachstum führt Pankl vor allem auf das Segment Aerospace und den Geschäftszweig Racing/Antriebssysteme zurück. Wie in den Vorjahren waren Deutschland mit 32 Prozent und die USA mit 25 Prozent auch in der Berichterstattungsperiode die umsatzstärksten Regionen. 57,0 Prozent (2005/06: 52,8 Prozent) der Umsatzerlöse erzielte Pankl auf diesen beiden Märkten. Auch im Geschäftsjahr 2006/07 rechnet Pankl mit einem Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent.

Konzentration auf Kerngeschäftsfelder

Der börsenotierte steirische Rennsport- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing Systems plant im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 seine Ressourcen auf die Kerngeschäftsfelder Racing, Automotive und Aerospace zu konzentrieren und hofft damit zu einem überproportional besseren Ergebnis zu kommen. Der Umsatz soll um 5 bis 10 Prozent wachsen. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Kunden in diesen Bereichen führen zu einer Anpassung der Firmenstruktur in den drei Divisionen Pankl Racing, Pankl Automotive sowie Pankl Aerospace, teilte Pankl am Mittwoch weiter mit.

"Ertragsorientiertes, nachhaltiges Wachstum wollen wir langfristig durch Technologieführerschaft im Bereich Racing, Kostenführerschaft im Bereich Automotive und durch langfristige Kunden-Lieferanten-Beziehungen in der Luftfahrt sicherstellen. Die Bereiche Automotive und Aerospace stellen eine stabilisierende Ergänzung zum hochvolatilen Rennsportgeschäft dar", betonte Pankl-Vorstand Wolfgang Plasser.

Im Segment Aerospace konnte demnach der Turnaround nachhaltig geschafft werden. Produktivitätssteigerungen und Preiserhöhungen haben zu einem Umsatzanstieg um 33,3 Prozent auf 13,6 (10,2) Mio. Euro geführt, das sind 15 Prozent des Gesamtumsatzes. Aufgrund des gestiegenen Umsatzes und der planmäßigen Erhöhung des ertragreichen Serienfertigungsanteils verbesserte sich das EBIT auf 199.000 Euro nach einem negativen Ergebnis im Vorjahr von 832.000 Euro.

Im größeren Geschäftsfeld Racing/Automotive stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 um 10,5 Prozent auf 79,8 Mio. Euro (2004/05: 72,2 Mio. Euro). Das sind rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes der Pankl-Gruppe. Das operative Betriebsergebnis betrug 4,8 Mio. Euro. Nach Abzug der Einmaleffekte für die Projekte Getriebe und der Beendigung des Converter-Projektes ergab sich ein Betriebsergebnis (EBIT) von nur mehr 223.000 Euro.

In dem für Pankl wichtigsten Absatzbereich, der Formel 1, war das Unternehmen mit umfangreichen Reglementänderungen konfrontiert. Die Umstellung von V10- auf V8-Triebwerke bedeutete für das Pleuelgeschäft eine Veränderung der Losgrößen und des Kundenverhaltens. Dies zeigte sich in einer abflachenden Umsatz- und Ergebniskurve. Das im Motorenbereich neue Reglement erforderte aber auch Anpassungen im Fahrwerksbereich. Die dafür notwendigen Optimierungsmaßnahmen haben sich positiv auf den Antriebsbereich und somit insgesamt auf die Umsatz- und Ertragssituation im Segment Racing/Automotive ausgewirkt, so Pankl.

Die liquiden Mittel von Pankl einschließlich der kurzfristigen Wertpapiere beliefen sich zum Bilanzstichtag 30. September 2006 auf 27,5 (28,6) Mio. Euro. Die Nettoverschuldung betrug 16,9 (14,1) Mio. Euro, das Net-working-capital belief sich auf 18,4 (17,3) Mio. Euro. Ursachen hierfür sind vor allem die produktionsbedingt höheren Lagerstände in der laufenden Periode. Die Bilanzsumme betrug 119,0 (114) Mio. Euro. Das Eigenkapital lag mit 48,5 Prozent der Bilanzsumme weiterhin auf hohem Niveau. (APA)