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Foto: APA/DPA/ Melchert
Göppingen - Der deutsche Modellbahnhersteller Märklin will noch in diesem Jahr 310 seiner rund 1.400 Arbeitsplätze abbauen. Unter anderem soll das Werk im thüringischen Sonneberg mit 221 Beschäftigten geschlossen werden, wie Interims-Geschäftsführer Jan Kantowsky im AP-Gespräch am Mittwoch mitteilte. Produzieren will Märklin künftig nur noch im Stammwerk Göppingen und im ungarischen Györ. Zugleich sei geplant, die Investitionen 2007 um 50 Prozent auf 15 Mio. Euro aufzustocken.

"Fabrik feiner Metallspielwaren"

Die 1859 gegründete "Fabrik feiner Metallspielwaren" war nach drohender Insolvenz im Mai 2006 von der britischen Investorengruppe Kingsbridge übernommen worden. Kantowskys Kollege Ulrich Wlecke betonte nach den entsprechenden Beschlüssen von Aufsichtsrat und Geschäftsführung: "Unsere Gesellschafter haben ein um 50 Prozent gesteigertes Investitionsbudget bereitgestellt." Kantowsky wie "Chief Restructuring Officer" Wlecke kommen von dem Restrukturierungs-Spezialisten AlixPartners. Es rechne sich aber nur, wenn "wir die Kostenstruktur nachhaltig anpassen und vor allem Produktions- und Verwaltungskosten in Deutschland auf ein wettbewerbsfähiges Niveau senken", sagte Wlecke.

Kantowsky ergänzte, es gehe nicht darum, dass "Heuschrecken sich eine größere Rendite verschaffen wollen". Vielmehr handle es sich um ein Zukunftskonzept: "die zweite Phase der Rettung von Märklin". Das Unternehmen habe nach wie vor verlustträchtige Strukturen. Im Mai habe Märklin "am Abgrund gestanden" mit jährlichen Minusraten beim Umsatz von 10 bis 15 Prozent. 2005 setzte Märklin rund 123 Mio. Euro um.

Strukturen zukunftsfest machen

Unmittelbar nach dem Eigentümerwechsel sei mit neuen Vertriebswegen und mehr Marketing erfolgreich der Umsatz stabilisiert worden, sagte Kantowsky. Nun müssten die Strukturen "zukunftsfest gemacht" werden.

Neben Sonneberg trifft es auch 30 der 63 Mitarbeiter in Nürnberg und weitere 60 im Stammwerk Göppingen. Insgesamt legte Kantowsky aber ein "klares Bekenntnis zum Stammwerk Göppingen" ab. Nur dort und im ungarischen Györ soll künftig produziert werden. Göppingen solle überdies "als Entwicklungsstandort gefestigt" und mit Investitionen in die Fertigung wieder als zentraler Produktionsstandort ausgebaut" werden. Die Maßnahmen sollen nach dem Plan der Geschäftsführung in der zweiten Hälfte des Jahres abgeschlossen sein. Märklin hatte 2004 bereits 340 Stellen, meist in Göppingen, abgebaut. (APA/AP)