Düsseldorf - Ein halbes Jahr nach dem Einstieg in das Geschäft mit Touchscreens hat der Handyzulieferer Balda einen ersten Erfolg in diesem Bereich verbucht und damit seinen Aktienkurs beflügelt. Das Unternehmen werde für den US-Konzern Apple die berührungsempfindlichen Bildschirme für dessen neues multifunktionales Handy "iPhone" liefern, sagte ein Balda-Sprecher am Mittwoch in Bad Oeynhausen. Von dem im laufenden Jahr angepeilten Umsatz mit Touchscreens von 300 bis 350 Millionen Euro werde das Apple-Geschäft den Löwenanteil ausmachen. Balda erwartet in diesem Geschäftsbereich für 2007 einen Gewinn von 30 bis 35 Millionen Euro.

Die Euphorie um das Apple-Handy löste einen Ansturm auf die im Kleinwerteindex SDax gelistete Balda-Aktien aus. Der Kurs stieg in einem insgesamt fallenden Gesamtmarkt um knapp elf Prozent auf 8,37 Euro. Analysten erwarten, dass nach Apple nun auch andere Hersteller Handys anbieten werden, die über den Bildschirm statt wie bislang über die Tastatur gesteuert werden können. Stefan Witwer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwartet, dass "iPhone" die Kassen bei Balda klingeln lassen werde. Das Geschäft dürfte Margen über zehn Prozent bringen. Zudem würden Touchscreens nun wohl zum Standard bei neuen Geräten. Skeptischer für die Gewinnprognosen zeigte sich Thomas Langer von der WestLB, der die Anteilsscheine zum Kauf empfahl. Es bleibe abzuwarten, wie schnell und wie viel Geld Balda mit den Bildschirmen verdienen werde.

Der Kurs der Apple-Aktie sprang am Dienstag um 8,3 Prozent auf 92,57 Dollar und verfehlte nur knapp ein Rekordhoch. Die Investoren sind überzeugt, dass Apple den iPod-Triumph mit dem neuen iPhone wiederholen kann. Apple selbst gibt kleinere Ziele aus: Bis Ende 2008 soll das iPhone ein Prozent des Mobilfunkmarktes erobern, was zehn Millionen Geräten entspricht. Und da die Preise mit 499 beziehungsweise 599 Dollar - bereits mit Mobilfunkvertrag - am oberen Ende der Spanne auf dem Handymarkt liegen, soll sich das Geschäft für Apple auch lohnen. (APA/Reuters)