Berlin/Paris - Mit dem aktuellen Papier der EU-Kommission zur Ankurbelung des Wettbewerbs am Energiesektor erntet Brüssel bereits Kritik aus den Mitgliedsländern. Während die deutsche Bundesregierung die Vorschläge zur Energie- und Klimapolitik begrüßt, lehnt Frankreich die von der EU-Kommission geforderte Abtrennung der Energienetze von den Versorgungsunternehmen ab.

Nach eineinhalbjähriger Untersuchung der Energiebranche hat die EU-Kommission in Brüssel nun einen fehlenden Wettbewerb auf den Gas- und Strommärkten beanstandet und versprochen, gegen die "vertikale Konzentration" der Konzerne vorzugehen. Brüssel will die Liberalisierung der europäischen Energiemärkte vorantreiben.

Trennung von Netz und Vertrieb

Frankreich lehnt die von EU-Präsidenten José Manuel Barroso vollständige eigentumsrechtliche Trennung von Netz und Vertrieb bei Energiekonzernen aber ab. Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP will Frankreichs Industrieminister François Loos noch am Mittwoch EU-Energiekommisar Andris Piebalgs die Gründe für diese Weigerung schriftlich mitteilen.

Für die deutsche Bundesregierung gibt es hingegen über die von der EU formulierten Ziele "mehr Wettbewerb, mehr Transparenz sowie niedrige Preise keinen Dissens", erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Welche Instrumente und juristischen Fragen bei der Umsetzung damit verbunden seien, "das wird man sehen". Die Aspekte, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern und mehr für Energieeffizienz zu tun, seien positiv. (APA/AFP/AP)