Bagdad - Kurz bevor US-Präsident George Bush seine neuen Pläne für den Irak ankündigte, lieferten Aufständische einen Beweis für die Verwundbarkeit des Landes: Nach Sabotageakten an Hochspannungsleitungen fiel in Bagdad flächendeckend der Strom aus.

Die gemeinsame Offensive der irakischen und der US-Armee in einigen Bagdader Vierteln ging weiter, wobei laut irakischen Behörden die Operationen in der Haifa-Street im Zentrum Bagdads mit dem Tod aller Terroristen endete. Laut irakischen Medien stieg die Zahl der in Bagdad gefundenen Leichen stark an.

In öffentlichen Erklärungen haben irakische Regierungsmitglieder die geplante Aufstockung der US-Truppen im Irak begrüßt, inoffizielle Äußerungen fielen teilweise skeptisch aus: Man warte auf einen Abzugsplan, mehr Soldaten seien das falsche Signal. Die Regierung behielt sich in einem Statement auch vor, gegebenenfalls US-Entscheidungen zu korrigieren.

Die von Bush ebenfalls angekündigte härtere Gangart gegen den iranischen Einfluss zeigte sich am Donnerstag im kurdischen Erbil: US-Truppen stürmten das iranische Konsulat und nahmen mehrere Personen fest. Vor Kurzem hatte die US-Armee in Bagdad zwei Iraner verhaftet, die sich als Gäste von Präsident Jalal al-Talabani herausstellten. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 12.1.2007)