München - Der Münchener Bremsenhersteller Knorr Bremse hat im vergangenen Jahr dank des Booms in der Nutzfahrzeugindustrie seinen Umsatz kräftig gesteigert. Im Jahr 2006 habe der Konzern mit 3,1 Mrd. Euro einen Rekorderlös erzielt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Verglichen mit 2005 entspreche das einem Zuwachs von 14 Prozent. Das Wachstum stamme zu einem Drittel aus Zukäufen, hieß es. Angaben zum Gewinn machte Knorr nicht. Im Jahr 2005 hatte das Traditionsunternehmen 154 Mio. Euro verdient.

Sowohl in Europa als auch in Nordamerika habe Knorr im Bereich Nutzfahrzeugsysteme von der deutlich höheren Produktion von Lastwagen profitiert, hieß es. Im Segment Schienenfahrzeuge habe das Unternehmen vor allem wegen der Erstkonsolidierung zweier südeuropäischer Firmen mehr umgesetzt.

Durchwachsene Entwicklung

Für 2007 rechnet Knorr Bremse mit einer durchwachsenen Entwicklung. Während in Europa der Lastwagen-Boom anhalten dürfte, erwartet der Konzern in Nordamerika einen kräftigen Rückgang. "Im Nutzfahrzeugbereich wird der Erstausrüstungsmarkt auf Grund einer neuen Emissionsschutzverordnung, die LKWs verteuert, deutlich einbrechen", hieß es. Indessen setzt Knorr seine Hoffnungen auf den Schienenverkehr in China. Nach der bereits begonnen Aufrüstung im Schienen-Nahverkehr werde dort nun auch verstärkt in Züge für den Fernstrecken investiert.

Knorr Bremse steht im Besitz der Familie des scheidenden Vorstandschefs Heinz Hermann Thiele, der im April in den Aufsichtsrat wechseln will. Dann soll der ehemalige Gildemeister-Vorstand Raimund Klinkner das Unternehmen führen. (APA/Reuters)