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Foto: APa/Chirikov
Moskau - Der russische Gasmonopolist Gazprom prüft nach eigenen Angaben einen Einstieg bei westeuropäischen Stromversorgern. "Wir verfolgen ähnliche Projekte in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland", sagte der Generaldirektor von Gazprom Marketing & Trading Limited (GM&T), Witali Wassiljew, der Firmenzeitschrift "Gazprom".

Dabei meinte er Lieferungen von Erdgas und die Gewährung von Kohlendioxid-Emissionsquoten im Austausch gegen Strom. "Wir sind aber nicht nur an Gaslieferungen und Verkauf von Strom, sondern auch an der Stromerzeugung interessiert", zitierte die Agentur Interfax den Experten am Donnerstag.

Im vierten Quartal 2006 hatte GM&T den Handel mit Strom und CO2-Emissionsquoten auf dem britischen Markt aufgenommen. Ein entsprechender Vertrag sei mit dem Kraftwerk Deeside geschlossen worden. Es handle sich um ein Pilotprojekt, das auf andere Länder übertragen werden könne. "Jetzt sind Frankreich, die Niederlande und Deutschland an der Reihe." Namen von Stromproduzenten nannte Wassiljew nicht.

Gemeinschaftsunternehmen im Ölsektor

Außerdem haben der US-Konzern Chevron und Gazprom ein Gemeinschaftsunternehmen im Ölsektor gegründet. Wie beide Unternehmen am Donnerstag in Moskau mitteilten, gehört das Joint Venture mit dem Namen Northern Taiga Neftegaz anfänglich zu 70 Prozent Chevron. Gazprom will seinen Anteil aber allmählich auf mehr als 50 Prozent steigern. Das Joint Venture soll Ölprojekte in Sibirien betreiben.

Ausländische Energiekonzerne waren zuletzt in Russland von den Behörden stark unter Druck gesetzt worden. So erreichten die Behörden erst kürzlich, dass der britisch-niederländische Shell-Konzern und dessen japanische Partnerfirmen Mitsui und Mitsubishi einen knappen Mehrheitsanteil an dem gigantischen Gas- und Ölförderprojekt Sachalin II an den staatlich kontrollierten Gazprom-Konzern abtraten. (APA/dpa)