Hamburg - Die Aktien des deutschen Solaranlagenbauers Conergy sind am Freitag nach gesenkten Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2006 eingebrochen. Zwischenzeitlich fiel der Kurs weiter um 7,76 Prozent auf 44,91 Euro, nachdem er bereits am Vorabend nach Bekanntgabe der Zahlen 11 Prozent verloren hatte. "Die Zahlen sind wirklich eine Enttäuschung", kommentierte ein Börsianer.

Der Jahresüberschuss 2006 wird nach Unternehmensangaben auf Grund von Projektverschiebungen unter den bisherigen Erwartungen von 40 Mio. Euro liegen, allerdings über dem Vorjahresgewinn von 27,8 Mio. Euro. Der Umsatz stieg zwar nach vorläufigen Zahlen um über 40 Prozent auf mehr als 750 Mio. Euro, ursprünglich waren allerdings 800 Mio. Euro geplant.

Auch andere Solarwerte wie SolarWorld oder Q-Cells standen am Aktienmarkt unter Druck. Vor Conergy hatte schon der Solarzellenhersteller Ersol im November seine Ergebnisprognose wegen Lieferschwierigkeiten des für die Firma wichtigen Vorproduktes Wafer gesenkt.

Positive Aussichten

Durch die verschobenen Geschäfte sollen Umsatz und Gewinn bei Conergy im laufenden Jahr höher ausfallen als erwartet. "Der Ergebnisbeitrag wird 2007 nachgeholt und zu einem entsprechend höheren als dem bisher geplanten Jahresüberschuss in Höhe von 60 Mio. Euro führen", stellte des Unternehmen in Aussicht. Auch der Umsatz soll stärker zulegen als bislang angestrebt, und zwar um über 60 Prozent auf etwa 1,25 Mrd. Euro. Der im Jänner vorliegende Auftragsbestand habe sich gegenüber dem Vorjahresniveau auf 813 Mio. Euro mehr als verdreifacht. Der Gewinn soll sich 2007 überdurchschnittlich verbessern. Dazu soll unter anderem das weiter wachsende Auslandsgeschäft beitragen, dessen Anteil am Konzernumsatz 2006 stärker gestiegen war als erwartet, nämlich auf 38 (2005: 14) Prozent. Zudem erwartet Conergy höhere Erträge in den Bereichen Solarthermie und Bioenergie. (APA/dpa/Reuters)