Wien - Die EU-Wettbewerbsbehörde hat ein riesiges Preiskartell in der Elektronikindustrie bestehend aus Branchengrößen wie Siemens, Alstom, Schneider Electric, Areva und drei weiteren Mitbewerbern aufgedeckt. Die betroffenen Unternehmen haben laut EU-Wettbewerbsbehörde von 1988 bis 2002 Preisabsprachen bei Auftragsvergaben getroffen. Teil des Kartells war auch die heutige Siemens-Tochter VA Tech, berichtet die "Presse" (Samstag-Ausgabe).

"Österreich ist über die VA Tech von der Kartellstrafe betroffen", zitiert das Blatt den Siemens-Österreich-Sprecher Harald Stockbauer. Die Höhe der Strafe werden die Brüsseler Wettbewerbshüter am 24. Jänner bekannt geben, im Höchstfall müssten die betroffenen Konzerne zehn Prozent eines Jahresumsatzes als Strafe abführen, in Summe geht es um Milliarden Euro.

Bei den Preisabsprachen geht es um Aufträge für große Schaltanlagen für Stromleitungsnetze. Geschädigt wurden vor allem staatliche und private Stromversorger. Gemeldet wurde das Kartell vom Branchenführer ABB, der im Gegenzug für seine Mitarbeit an der Aufdeckung straffrei geht. (APA)