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Foto: EPA/FABRICE COFFRINI
New York - Seit den späten 1960er-Jahren konnten Jazz und Rock nicht mehr als Gegensätze gelten. Die linearen Errungenschaften des Hard Bop und jene späteren des Ekstatikers John Coltrane fusionierten im von Miles Davis propagierten Jazzrock einfach mit funkig-rockigen Konzepten und brachten auch einen neuen Musikertypus hervor. Dieser beherrschte die Tradition auf technischem Höchstniveau. Gleichzeitig fügte er dieser neuen Leichtigkeit eine undogmatische Stiloffenheit hinzu.

Michael Brecker war einer dieser Artisten, einer dieser gefragten Studiosaxofonisten, dessen Sound auch Aufnahmen von Paul Simon, Frank Sinatra, Steely Dan und Bruce Spring-steen verzierte. Auf der anderen Seite kooperierte Brecker (Jahrgang 1949) mit fast allen Jazzgrößen, von Herbie Hancock bis Horace Silver. Und er hatte mit Bruder und Trompeter Randy Brecker eine höchst erfolgreiche Fusionband.

Im Jazzkontext zeigte Brecker seine Intensität, zeigte, dass hinter der Totalbeherrschung des Instrumentes und der Glattheit des Ausdrucks doch ein großer Gestaltungswille wartete, magische Momente zu produzieren. Seit 2005 litt Brecker an der Knochenmarkserkrankung MDS. Ein passender Knochenmarkspender hätte Rettung bringen können - er wurde nicht gefunden. Michael Brecker starb am Samstag 57-jährig in New York. (tos/ DER STANDARD, Printausgabe, 15.1.2007)