Melbourne - Der erste Tag des ersten Grand-Slam-Turniers 2007 hat es für Österreichs Tennis-Fans gleich in sich. Sowohl der durch einen Darmvirus gehandicapte Jürgen Melzer als auch sein Daviscup-Teamkollege Stefan Koubek kämpfen am Montag in "down under" um den Einzug in die zweite Runde. Der Niederösterreicher Melzer trifft in der dritten Partie nach 1:00 Uhr (MEZ) auf den kroatischen Aufschlag-Hammer Ivo Karlovic (CRO), während es der Kärntner Koubek gleich zu Mittag (11 Uhr australischer Zeit/1:00 MEZ) mit dem Australier Wayne Arthurs zu tun bekommt.

Der Deutsch-Wagramer Melzer, der seit Freitag an einer Darmvirus-Erkrankung laboriert und deshalb nicht zum Sydney-Halbfinale gegen James Blake antreten konnte, gibt sich dennoch kämpferisch: "Ich habe zwar noch Bauchkrämpfe, die in Bewegung sicher nicht besser werden. Aber da muss man sich als Spitzensportler durchbeißen. Ich werde einfach mein Bestes geben." Für den 25-Jährigen geht es unter anderem um den ersten Sieg in einem Grand-Slam-Turnier seit Wimbledon 2005.

"Da kommt der Virus natürlich zum komplett falschen Zeitpunkt, weil ich sehr gut in Form bin und bisher sehr gut gespielt habe. Gerade bei einem Grand Slam-Turnier braucht man in den Best-of-five-Partien alle Kräfte", ärgerte sich Melzer, fügte aber hinzu: "Ich habe gegen Karlovic bisher zweimal gespielt und beide Male in zwei Sätzen gewonnen, was mich natürlich optimistisch stimmt."

Karlovic habe zwar den schärfsten Aufschlag auf der Tour, "aber für meine derzeitige Verfassung ist er der perfekte Gegner, weil man gegen ihn nicht so viel laufen muss", meinte Melzer und nannte den von ihm erhofften Ablauf: "Ich muss so viele Returns wie möglich zurück spielen, dann habe ich eine gute Chance. Er muss schnell ans Netz, weil er von hinten zu viele Fehler macht. Und wenn er von hinten spielen will, nehme ich das gerne an, so fit fühle ich mich."

Koubek wiederum will in Melbourne an seinen Viertelfinal-Einzug im Jahr 2002 anknüpfen. "Ich hätte absolut nichts dagegen, das zu wiederholen." Vor seinem ersten Duell mit Arthurs betonte der seit 2. Jänner 30-Jährige, der sich in der Weltrangliste durch seinen Final-Einzug in Chennai um 18 Plätze auf Rang 62 verbessert hat: "Die Vorbereitung im Winter war perfekt. Ich hatte einen super Jahresanfang, das Selbstvertrauen passt. Ich weiß, dass ich gegen viele gewinnen kann. Wenn ich gut spiele, kann ich fast jeden schlagen."

Der Australier, der mit einer Wildcard ins Hauptfeld kam, kann Koubek nicht überraschen: "Ihn kennt jeder, er ist ja einer der 'Senioren' auf der Tour und ein super Aufschläger. Daher wird es auf meine Returns und natürlich auch meine Aufschläge ankommen. Von der Grundlinie ist er kein Künstler". (APA)