Paris - Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy soll im Rennen um das Präsidentenamt in Frankreich den Posten im Elysee-Palast für das bürgerliche Lager verteidigen. Im Folgenden einige Fakten zu seinen politischen Zielen.

Wirtschaft/Arbeit

- Überstunden steuerfrei stellen

- individuelle Lösungen bei Arbeitsverträgen suchen, derzeitiges strikt getrenntes Modell von unbefristeten und befristeten Verträgen abschaffen

- Stellenzahl im öffentlichen Sektor verringern, um Staatsdefizit zu drücken

Recht und Ordnung

- Mindeststrafe für Rückfalltäter, Verschärfung des Jugendstrafrechts

- Richter für Folgen ihrer Urteile zur Rechenschaft ziehen

- Illegale Einwanderung zurückdrängen, "selektive Einwanderung" durch Immigration von hoch Qualifizierten fördern

Soziales

- Pensionen im Verkehrs- und Energiesektor an Höhe in anderen Bereichen des Staatssektors anpassen

- Hypothekendarlehen für Hausbau für größere Bevölkerungsgruppen ermöglichen

- Gegen Homo-Ehe und Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare, aber weitgehende rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit Ehen

- Gesetz einbringen, das jedem Franzosen ein einklagbares Recht auf eine angemessene Unterkunft garantiert. Alle Obdachlosen sollen binnen zwei Jahren von der Straße verschwinden und untergebracht werden

Europa

- Europäische Zentralbank EZB soll Wachstum und Arbeitsmarkt ebenso im Auge haben wie den Kampf gegen die Teuerung - Sarkozy ist für eine "strategische Partnerschaft" mit Türkei statt einer EU-Mitgliedschaft

- EU soll Pause bei der Erweiterung einlegen

- An die Stelle der in einem Referendum in Frankreich gescheiterten EU-Verfassung soll ein abgespeckter EU-"Minipakt" treten

Institutionelle Reformen

- Präsidentschaft auf zwei Amtsperioden beschränken

- Präsident soll vor dem Parlament sprechen dürfen

- Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung stärken - etwa bei der Abänderung von Regierungsvorlagen

- Regierung auf 15 Minister beschränken

Bildung

- größere Autonomie im Bildungsbereich, insbesondere auch für Universitäten

- freier Eintritt für alle staatlichen Museen

(APA/Reuters)