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Die Staatsschefs der Opec-Staaten Iran und Venezuela, Mahmud Ahmadi-Nejad (li.) und Hugo Chávez, haben sich bei ihrem Treffen in Caracas einstimmig für die "Sicherung der Preise unserer Rohstoffe" ausgesprochen.

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Dubai/Algier/Caracas - Die seit Jahresbeginn und vor allem in den vergangenen Tagen stark gesunkenen Ölpreise auf dem Weltmarkt haben die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) alarmiert. Bereits am Samstag haben Konsultationen über die Einberufung eines Dringlichkeitsgipfels stattgefunden, in dem die Förderkürzungen der Opec Thema sein sollten. Das bestätigte am Wochenende der algerische Energieminister Chakib Khelil; Algerien selbst würde "die Kürzung der Fördermengen unterstützen", meinte er.

Wegen des warmen Winterwetters hat der Erdölpreis seit Anfang des Jahres um rund 15 Prozent nachgegeben. Am Am Donnerstag der Vorwoche war der Ölpreis erstmals seit 19 Monaten unter die 53-Dollar-Grenze gefallen - und das, obwohl Russland und Weißrussland zu diesem Zeitpunkt ihren Ölpipeline-Streit bereits beendet hatten und die Öllieferungen wieder aufgenommen waren.

Preise im Keller

Am Freitag der Vorwoche sind die Preise für ein Barrel (rund 159 Liter) US-Leichtöl auf 52,85 Dollar gefallen. Der Durchschnittspreis für ein Fass aus den Fördergebieten der elf Opec-Mitgliedsstaaten war an diesem Tag laut dem Wiener Opec-Sekretariat auf 49,13 Dollar abgestürzt, das waren um 1,43 Dollar weniger als tags zuvor.

Schon im vorigen Dezember hat die Opec angesichts der Preisentwicklung beschlossen, ihre Öllieferungen ab Februar 2007 um 500.000 Fass pro Tag zu drosseln. "Wenn das Wetter so weitermacht, gibt es ein großes Problem", meinte der Präsident der Opec, Mohammed al-Hamli, am Wochenende. Und, so ließ der Opec-Präsident und Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate keine Zweifel an seinen Plänen: "Die Opec wird, falls nötig, handeln, um den Markt zu stabilisieren."

Mit den derzeitigen Preisen sind die Erdölproduzenten weit von ihren Planzielen entfernt: Laut der Einschätzung von Experten peilt die Opec nämlich einen Preis von rund 60 Dollar je Barrel an.

Die Ölländer Iran und Venezuela, die der Opec bereits seit ihrer Gründung im Jahr 1960 angehören, haben sich am Sonntag bereits definitiv für die Kürzung der Förderquoten ausgesprochen.

Bei einem Treffen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez mit seinem iranischen Amtskollegen Mahmud Ahmadi-Nejad in Caracas bestärkten die beiden Staatschefs und USA-Gegner ihre "strategische Allianz". In Bezug auf ihre Ölpolitik erklärte Chávez: "Wir sind übereingekommen, unsere abgestimmten Bemühungen im Kreis der Opec und darüber hinaus bei den großen Produzenten zu vervielfachen, um die Preise für unsere Rohstoffe zu sichern." Venezuela und der Iran würden also "wie bisher weiter mit einer Stimme sprechen".

Selbiges werden der Iran und der lateinamerikanische Staat auch in anderen Wirtschaftsbereichen tun, jedenfalls haben die beiden Staatschefs eine Menge bilateraler Abkommen beschlossen. Die Branchen, die das betrifft: Energie (siehe auch unten stehenden Artikel), Industrie, Handel und Wohnungsbau. (APA, dpa, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.1.2007)