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Rafael Correa (im Bild rechts) gilt als Verbündeter des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez und reiht sich damit in die wachsende Gruppe US-kritischer Staatschefs in der Region ein.

Foto: APA/epa/Jose Jacome
Quito - Knapp zwei Monate nach seinem Wahlsieg übernimmt der Linkspolitiker Rafael Correa am Montag das Präsidentenamt in Ecuador. Der ehemalige Wirtschaftsminister hat angekündigt, die Verträge mit ausländischen Ölkonzernen neu zu verhandeln, die Justiz durch eine Verfassungsreform unabhängiger zu machen und den Mietvertrag für einen von den USA genutzten Militärstützpunkt nicht zu verlängern.

"Nacht des Neoliberalismus"

"Die Nacht des Neoliberalismus kommt zu einem Ende", rief Correa am Sonntag einer Menschenmenge im Indiodorf Zumbahua zu. Dort hatte der in den USA und Europa ausgebildete Wirtschaftsprofessor in den 1980er Jahren ehrenamtlich Mathematik unterrichtet. Während des Wahlkampfes hatte Correa versprochen, die superreiche Elite in dem südamerikanischen Land herauszufordern und mehr für die Millionen von Armen in dem kleinen Anden-Staat zu unternehmen. Ecuador ist zwar der weltgrößte Bananenexporteur. Dennoch lebten 2005 rund 45 Prozent der Ecuadorianer nach UNO-Angaben in bitterer Armut.

Die offizielle Amtsübernahme sollte am Montag im Kongress gefeiert werden. Anschließend wollte Correa außerhalb der Hauptstadt Quito mit anderen Staatschefs zusammenkommen. Unter ihnen wird auch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad sein, der derzeit eine Lateinamerika-Reise unternimmt. (APA/Reuters)