Laibach - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach den Worten von EZB-Ratsmitglied und Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, nach wie vor Inflationsgefahr im Euro-Raum. Die Finanzmärkte hätten die jüngste Botschaft der EZB über ihre weitere Zinspolitik gut verstanden. Nach entsprechenden Signalen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird an den Finanzmärkten inzwischen fest von der nächsten Zinserhöhung im März ausgegangen.

Starkes Wachstum der Geldmenge

"Die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität gehen von den Ölpreisen aus", sagte Liebscher am Montag am Rande einer Konferenz in Laibach zum Beitritt Sloweniens zur Währungsunion. Auch von den Löhnen und der allgemeinen Preisentwicklung gingen Risiken aus. Der letzte Ölpreisanstieg könne sich allmählich auf andere Preise niederschlagen. Auch das starke Wachstum der Geldmenge sei eine Gefahr für die Preisstabilität. Die EZB sei weit davon entfernt, selbstzufrieden über die Preisentwicklung zu sein. Die Teuerungsrate lag in den vergangenen vier Monaten etwas unter zwei Prozent und damit im Zielkorridor der Zentralbank.

Der Leitzins sei mit 3,5 Prozent noch immer niedrig, sagte Liebscher weiter. Die Wirtschaft wachse weltweit ziemlich gut. Im Euro-Raum sei in diesem Jahr mit einer Wachstumsrate um zwei Prozent oder etwas mehr zu rechnen.

Die EZB hatte seit Ende 2005 sechs Mal den Leitzins angehoben, um die Inflation während des Aufschwungs zu dämpfen. Trichet signalisierte in der vergangenen Woche, dass eine weitere Zinserhöhung im März möglich ist. (APA/Reuters)