Nein, es ist nicht witzig, wenn einer den ganzen Abend gequält langsam in "broken english" aus seinem eher tristen Leben als Tennis-Nachwuchshoffnung erzählt und nicht einmal das "th" richtig aussprechen kann, obwohl sein Vater doch Engländer sei. Es ist auch nicht witzig, wenn einer, der den ganzen Abend recht regungslos auf einer weißen Tennisplatz-Plastikbank sitzt, vor jedem minimalistischen Liedchen betont, dass es sich um einen "sad song" handelt. Rudi Schöller, der mit "Play", im Niedermair präsentiert, nach etlichen Jahren der Bühnenabstinenz ein Comeback als Kabarettist versucht, ist zumindest gnädig mit seinem Publikum: Er verliert widerstandslos. Und so dauert die Spielzeit nur etwas mehr als eine Stunde. Dass der blonde Mann mehr könnte, beweist er mit der Zugabe: Er träumt vom "Spaghettiträgersommer mit Dir" - und zitiert dabei David Bowies "Heroes". (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 16. Jänner 2007)