Wien – Ausgesprochen entspannt und aufgeräumt gab sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl Dienstagvormittag bei der Präsentation der Mozartjahr-Bilanz. Ob es nach dem Mozartjahr schon Pläne für das Haydn-Jahr 2009 (zum 200. Todestag) gebe? „Da warma grad mit Salzburg im Clinch – und jetzt leg ma uns gleich mit dem Burgenland an?“, lachte er. Mozartjahr-Intendant Peter Marboe will auch in künftigen Tätigkeiten „weisungsfrei“ bleiben? „Außer zu Hause“, warf Häupl ein.

Dann aber die Frage nach der in Wien anstehenden Regierungsumbildung – da war‘s Schluss mit Lustig. Häupl wollte dazu erst nichts sagen: „Das neue Team wird am 22. Jänner von der Wiener SPÖ beschlossen und am 25. Jänner im Gemeinderat angelobt. Bis dahin bitte ich um Geduld.“

Dann aber wurde die Zusatzfrage gestellt, ob bei der Umbildung der Stadtregierung mit Quereinsteigern zu rechnen sei. Dazu der Büergermeister und Wiener SP-Vorsitzende: „Wer weiß, was ich von Quereinsteigern halte ... das glaube ich nicht. Nein.“ Um dann aber noch schnell anzumerken, dass er die neue Bildungsministerin Claudia Schmied für keine solche halte: „Die ist hochprofessioniell. Auch in der Politik.“

Dies bestärkt wiederum die Gerüchte, dass nach dem Abgang Sepp Rieders die derzeitige Gesundheitsstadträtin Renate Brauner das Finanzressort übernehmen könnte. Bei dieser Variante könnte Frauen- und Integrationsstadträtin Sonja Wehsely die Gesundheitsagenden übernehmen und beispielsweise Andrea Kuntzl, die bei der Regierungsumbildung leer ausging, das Wiener Integrations- und Frauenressort übernehmen. Anstelle des neuen Infrastrukturministers Werner Faymann könnte der Wiener SP-Klubobmann Christian Oxonitsch neuer Wohnbaustadtrat werden (der Standard berichtete).

Aber auch andere Personen stehen am Pass der Gerüchteküche: Es könnte auch der langjährige Wiener Landesparteisekretär Harry Kopietz kommenden Montag als neuer Stadtrat serviert werden. Als Vater des Donauinselfestes könnte er beispielsweise auch Grete Laska als Jugend- und Eventstadträtin beerben. Falls diese doch noch die Finanzen übernimmt oder aus der Stadtregierung ausscheiden sollte.

Die wahrscheinlichste Variante: Häupl hat ein paar Varianten im Petto – und informiert wie bisher die Betroffenen erst sehr kurzfristig. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2007)