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Robert Gates diskutierte mit Befehlshabern der NATO-Truppen.

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Bagram - Die USA erwägen eine Aufstockung ihrer Truppen in Afghanistan. Verteidigungsminister Robert Gates sagte bei einem Besuch auf dem Militärstützpunkt Bagram nördlich von Kabul am Mittwoch, er habe die Situation mit den Befehlshabern der NATO-Truppen besprochen. Derzeit sind 22.000 US-Soldaten in dem asiatischen Land stationiert. Die Frage, ob die Kommandanten auch Argumente für eine Entsendung weiterer Soldaten geliefert hätten, bejahte Gates. Die 2001 durch die US-geführte Invasion entmachteten islamistischen Taliban haben ihre Angriffe in den vergangenen Monaten massiv verstärkt und zum "Heiligen Krieg" gegen die mehr als 40.000 ausländischen Soldaten und gegen die pro-westliche Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen.

Empfehlung an US-Präsidenten

Eine Aufstockung der Truppen hänge von verschiedenen Szenarien ab, sagte Gates. Die USA würden über eine solche Entscheidung nachdenken, und er werde eine Empfehlung an den US-Präsidenten abgeben. Gates war am Montagabend in Afghanistan eingetroffen. Am Dienstag traf er in der Hauptstadt Kabul Präsident Karzai und Armeekommandanten. Einen Besuch bei den US-Truppen in der Taliban-Hochburg Kandahar zum Abschluss seiner Visite am Mittwoch musste Gates nach Angaben eines Militärsprechers auf Grund eines Sandsturmes absagen.

Vorwürfe gegen Pakistan

Gates erhob schwere Vorwürfe gegen Pakistan. Die Angriffe von der pakistanischen Seite aus hätten zugenommen, "Al-Kaida-Netzwerke operieren auf der pakistanischen Seite der Grenze." Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf hatte vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die Taliban unterstützt, die 1996 mit Hilfe pakistanischer Geheimdienste in Kabul an die Macht gekommen waren. Nach dem 11. September hatte er sich auf die Seite der USA gestellt, die mit ihren Verbündeten militärisch intervenierten und das Taliban-Regime stürzten.

Tödliche Gefechte

Bei den schwersten Kämpfen seit vier Monaten waren vergangene Woche nach Angaben der NATO im Osten des Landes bis zu 150 Rebellen getötet worden. Im Süden Afghanistans haben NATO-Truppen gemeinsam mit einheimischen Militäreinheiten unterdessen einen hochrangigen Taliban-Befehlshaber festgenommen. Wie die NATO am Mittwoch mitteilte, wurde der Mann am Dienstagabend in der Provinz Helmand gefasst. Die Militäraktion sei genauestens geplant gewesen. Den Namen des Mannes gab die NATO nicht preis. (APA/Reuters/AFP)