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Foto: APA/EPA/Sanchez
Paris - Durch den milden Winter steigt die weltweite Nachfrage nach Öl einer Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge weniger stark an als bisher erwartet. In ihrem am Donnerstag in Paris veröffentlichten monatlichen Ölmarktbericht schätzt die Organisation für 2006 den Anstieg der Nachfrage um 0,9 Prozent auf durchschnittlich 84,4 Millionen Barrel pro Tag. Bisher hatte die IEA für das abgelaufene Jahr ein Anwachsen um 1,1 Prozent auf 84,5 Millionen Fass vorhergesagt. Für 2007 wurde der erwartete Anstieg von 1,7 auf 1,6 Prozent gesenkt. Im Durchschnitt des laufenden Jahres dürfte die Nachfrage demnach noch auf 85,8 Barrel täglich klettern.

Ungewöhnlich milder Winter

Als Ursachen für den geringeren Nachfrage-Zuwachs machte die IEA vor allem den ungewöhnlich milden Winter in der nördlichen Hemisphäre aus. Das milde Klima stehe auch für "einen großen Teil der jüngsten Ölpreis-Senkung", sagte IEA-Analyst Lawrence Eagles. Am Dienstag war der Ölpreis in New York bis auf 50,53 Dollar (39,14 Euro) gesunken, den niedrigsten Stand seit Mai 2005. Eine Rolle spielten aber auch der Trend, Erdöl durch Naturgas zu ersetzen, und die abgeschwächten Konjunkturerwartungen in den USA.

Paradoxerweise hätte der Markt die jüngsten Förderquoten-Senkungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) als beruhigend empfunden, betonte die IEA. Der Markt habe dies als Beleg interpretiert, dass es keine Ölknappheit, sondern eher mögliche Überschüsse gebe. Dennoch seien die Ölvorräte im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres gesunken, sagte Eagles. Anzeichen deuteten zudem darauf hin, dass die OPEC im Jänner und Februar ihre Quoten weiter senken könnte. In den kommenden Monaten werde auch die Nachfrage nach Rohöl bei den Raffinerien wohl ansteigen. (APA/AFP)