Linz - Die städtischen Linzer Museen Lentos und Nordico haben für 2007 einen breit gefächerten Ausstellungsbetrieb vorbereitet. Unter anderem ist im Kunstmuseum Lentos die Wiederentdeckung der Malerin Helene Funke geplant, im Nordico ein Foto-Schwerpunkt. Der für Kultur zuständige Vizebürgermeister Erich Watzl (V), Kulturdirektor Siegbert Janko, Lentos-Direktorin Stella Rollig und Nordico-Direktor Willibald Katzinger stellten die Ausstellungsprojekte in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Linz vor.

Watzl wies die Vermutung zurück, 2007 könnte schon ein Sparprogramm geplant sein, um Luft für Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009 zu holen. Die städtischen Museen Lentos, Nordico und Genesis seien dieses Jahr mit 4,05 Mio. Euro dotiert, das sei eine Steigerung um rund 300.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Außerdem soll das Nordico baulich modernisiert - unter anderem barrierefrei - werden. Die Programmierung beider Museen entspreche heuer der im Vorjahr erfolgten Definierung: Lentos - international als Museum der Moderne und der zeitgenössischen Kunst, Nordico - als Regionalmuseum und "Haus der Linzer Identifikation".

Helene Funke

Ein Hauptprojekt im Lentos ist die erste Museumsretrospektive von Helene Funke ab Mai. Sie wurde 1869 in Chemnitz geboren und starb vor 50 Jahren in Wien. Sie zählt für Rollig zu den wichtigsten aber nahezu unbekannten "Klassikerinnen" der Moderne und sei Wegbereiterin internationaler avantgardistischer Kunst in Österreich gewesen. Zwei ihrer Werke und eine Vorstudie befinden sich im Bestand des Lentos, der Rest der geplanten Ausstellung stammt von über 50 Leihgebern unter anderen aus Deutschland und Österreich.

Aus Anlass der ersten Ausstellung der Sammlung Gurlitt in Linz heuer vor 60 Jahren, aus der später die "Neue Galerie der Stadt Linz" und das Lentos hervorging, sollen dessen Bestände neu gehängt werden. Dabei sollen sechs zeitgenössische Künstler zur Mitwirkung eingeladen werden, um neue "Lesarten" und "Verbindungen" zu den aus dem 19. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert stammenden Werken zu finden. Auch eine - laut Rollig mit Augenzwinkern - "große Malerei" genannte Ausstellung zeigt Werke aus den Beständen. Weitere Vorhaben befassen sich unter anderem mit dem Medium des projizierten Bildes. Weiters werden Filme und Videoinstallationen über die Beziehungen des weiblichen Körpers zur Architektur von Ursula Mayer gezeigt, die 1970 in Oberösterreich geboren wurde und nun in London lebt. "Digital Sky and Flat Space" bringt Fotografie, Malerei und Filme von Herwig Kempinger, der 1957 in Steyr geboren wurde und jetzt in Wien lebt und arbeitet.

Das Nordico präsentiert unter anderem historische Fotos von Franz Weismann mit Ansichten von der Donau zur Wende zum 20. Jahrhundert sowie Aufnahmen aus der Frühzeit der Fotografie, zwei Ausstellungen über Kulinarisches aus der Küche der Ägypter und der Römer, eine Dokumentation aus Anlass der Wiederaufnahme der Stahlproduktion in der damaligen VOEST 1947 sowie eine Schau, die Alfred Billy, dem ehemaligen Professor und Meister der Drucktechnik der Linzer Kunstschule - nunmehrige Kunstuniversität gewidmet ist. (APA)