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Ben Bernanke

Foto: Reuters/Cheng Jin
Washington - US-Notenbankchef Bernanke hat angesichts der steigenden Kosten der Sozial- und staatlichen Krankenversicherung vor einer Finanzkrise in den nächsten Jahrzehnten gewarnt. Die Alterung der Bevölkerung könnte den USA großen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Die USA müssten dringend ihr Haushaltsdefizit in den Griff bekommen.

Wenn nicht frühzeitig "bedeutungsvolle" Maßnahmen ergriffen würden, "könnte die Wirtschaft ernsthaft geschwächt werden", sagte Bernanke am Donnerstag in einer Anhörung des Haushaltsausschusses des Senats in Washington. Zwar deuteten offizielle Vorhersagen auf einen stabiles oder verringertes Haushaltsdefizit in den nächsten Jahren hin. Aber "unglücklicherweise erleben wir wahrscheinlich eine Ruhe vor dem Sturm", sagte Bernanke.

Teufelskreis

"Leider wird Wirtschaftswachstum allein das Problem der Haushaltsdefizite wahrscheinlich nicht lösen", meinte der Fed-Chef. Er warnte auch vor einem Teufelskreis aus steigenden Ausgaben und höheren Zinsen.

Nach den Schätzungen der Haushaltsbehörde des Kongresses könnte das Verhältnis der öffentlichen Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt von jetzt 37 Prozent auf etwa 100 Prozent im Jahr 2030 "und danach um ein Vielfältiges wachsen", erklärte der Fed- Chef, der am 1. Februar ein Jahr im Amt ist. "Am Ende würde diese Expansion der Schulden eine Finanzkrise auslösen, der nur mit sehr starken Einsparungen bei den Ausgaben oder Steuererhöhungen oder beides begegnet werden könnte."

Die Äußerungen des Fed-Chefs führten an den Aktienmärkten zu Kursverlusten. US-Präsident Bush will am 5. Februar einen Haushaltsentwurf mit einem Volumen von 2,9 Billionen Dollar vorlegen - nach seinen Worten der Anfang des Weges zu einem ausgeglichenen Etat in fünf Jahren. Nach der Prognose des Weißen Hauses wird das Defizit im laufenden Fiskaljahr bei 339 Milliarden Dollar liegen, während es Jahr davor 248 Milliarden Dollar waren. (APA/Reuters/dpa)