Basra/Washington - Zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt vor einem Monat ist US-Verteidigungsminister Robert Gates in den Irak gereist. Gates wollte in Basra dem scheidenden Kommandanten der Koalitionstruppen im Irak, US-General George W. Casey, sowie dem britischen Kommandanten Jonathan Shaw die neue Irak-Strategie von US-Präsident George W. Bush erläutern, die eine Truppenaufstockung vorsieht.

Eine Weiterreise von Gates in die rund 550 Kilometer nördlich gelegene Hauptstadt Bagdad, wo derzeit etwa 17.500 US-Soldaten stationiert sind, war nicht vorgesehen. Vor seiner Ankunft in Basra hatte Gates in mehreren Golfstaaten für Bushs neue Irak-Strategie geworben. Der Gesetzentwurf von Obama soll als Obergrenze die 132.000 US-Soldaten festschreiben, die am 10. Jänner im Irak im Einsatz waren.

An diesem Tag hatte Bush seine Strategie vorgestellt, die die Entsendung von zusätzlich 21.500 Soldaten beinhaltet. Obama sagte am Donnerstag in Washington, seine Vorschläge würden einen schrittweisen Abzug aus der Region "innerhalb von zwei bis vier Monaten" fordern. Keine Aufstockung könne die politischen Differenzen lösen, die Grund für "den Bürgerkrieg anderer" seien.

Der Irak wolle nicht, dass das Land zum Kriegsschauplatz für den Konflikt zwischen den USA und dem Iran werde, erklärte indessen Iraks Präsident Jalal Talabani der arabischen Zeitung "Al Hayat". Er werde seine Bemühungen fortsetzen, damit sich ein Dialog zwischen beiden Parteien entwickele, nachdem zwei Anläufe dafür im vergangenen Jahr gescheitert seien. Der Iran und die USA sollten sich darüber verständigen, mit welchen Mitteln Stabilität und Sicherheit für den Irak erreicht werden könnten.

Im Nordosten Bagdads kam am Donnerstag ein US-Soldat auf Patrouille bei der Explosion einer Bombe ums Leben. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte die US-Armee am Freitag in Bagdad mit. Bei einem gemeinsamen Einsatz mit irakischen Sicherheitskräften in Ramadi, der Hauptstadt der Provinz Al-Anbar, wurden nach US-Angaben seit Anfang Dezember 44 Aufständische getötet und 172 Verdächtige festgenommen. Ramadi gilt als eine Hochburg des sunnitischen Widerstands. (APA/Reuters)