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Foto: AP/Denis Sarkic
Rom - Die italienischen Tankstellenpächter fordern die Regierung Prodi heraus. Sie planen einen zweitägigen Streik an den Zapfanlagen gegen die Pläne der Regierung zur Modernisierung des Tankstellensystems.

Die Streiktage werden am kommenden Montag bekannt gegeben. Die Regierung will das Tankstellennetz liberalisieren, um die Zahl der Zapfanlagen in Italien zu steigern. Dank stärkerer Konkurrenz sollen die Benzinpreise sinken.

Die Mitte-Links-Regierung will auch Großhändlern wie Supermärkten und Einkaufzentren die Genehmigung zur Verwaltung von Zapfanlagen geben.

Verkauf von Lebensmitteln

Mehr Konkurrenz führe zu niedrigeren Abgabepreisen, meint Industrieminister Pierluigi Bersani. Im Gegenzug soll den Tankstellen der Verkauf von Lebensmitteln und anderen Waren erlaubt werden. Letzteren Punkt streben auch die Tankstellenpächter seit längerem an; was den Verkauf in Einkaufszentren betrifft, sprechen sie jedoch von unlauterem Wettbewerb, der den Tankstellenpächtern nur noch mehr zusetzen würde.

Die französische Großhandelskette Auchan hat sich bereits interessiert erklärt, eigene Tankstellen zu eröffnen, die Benzin zu günstigeren Preisen anbieten würden. Dagegen wehrt sich die einflussreiche Lobby der italienischen Tankstellenpächter heftig. Sie fürchten, dass zu viele Selbstbedienungs-Stationen eröffnet werden und Arbeitsplätze verloren gehen.

In Italien gibt es mehr als 22.000 Tankstellen - zumeist kleine Betriebe. Die staatlich geführte Eni kontrolliert 40 Prozent der Tankstellen. Konsumentenschutzverbände rechnen damit, dass dank der Liberalisierung die Autofahrer mit Einsparungen bei den Benzinpreisen von 96 Euro im Jahr rechnen könnten.

Die Tankstellenpächter kritisierten, dass das Netz in den vergangenen Jahren bereits tiefgreifend umstrukturiert worden sei. Die Zahl der Zapfanlagen sei seit den Neunziger Jahren um 8.000 Tankstellen zusammengeschrumpft. (APA)