Wien - SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal rechnet damit, dass rund 100.000 Studenten sich ihre Studiengebühren mit gemeinnütziger Arbeit zurückverdienen werden. "Nur für den, der zu Hause faul herumliegt, nichts macht und reiche Eltern hat, für den sind dann die Gebühren auch da", so Broukal in der "Presse" (Freitag-Ausgabe).

Grundsätzlich ist Broukal nach wie vor für die Abschaffung der Gebühren. Allerdings: "Das Schlechteste wäre, die Gebühren werden abgeschafft, und es geschieht Null für die Universitäten." Bei Beibehaltung der Studienbeiträge hält er das von ihm ins Spiel gebrachte australische Kreditmodell für die beste Lösung. Dabei erhalten die Studenten für ihre Gebühren einen zinsenlosen Kredit, den sie erst zurückzahlen müssen, wenn ihr Einkommen eine bestimmte Grenze übersteigt. Aber auch der Freiwilligen-Dienst habe seinen Reiz: "Es gibt eine schweigende Mehrheit auf dem Land, die jetzt schon Dienste beim Roten Kreuz oder der Feuerwehr ausüben." Diese sollten - neben Nachhilfe - anerkannt werden.

Die Beibehaltung der Studiengebühren kreidet Broukal der FPÖ an. Diese habe nach den Wahlen eine gemeinsame Initiative mit SPÖ und Grünen abgelehnt - nach der Wiederaufnahme der Koalitionsgespräche zwischen SPÖ und ÖVP sei diese Chance aber vorbei gewesen. (APA)