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Auf dem Weg zum Jupiter hat die NASA-Sonde "New Horizons" am 8. Jänner 2007 diese Aufnahme vom Planeten gemacht (Entfernung rund 81 Millionen Kilometer).

Foto: REUTERS/NASA/Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute
Washington - Genau ein Jahr nach dem Start der US-Raumsonde "New Horizons" befindet sich die Weltraumsonde nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA auf ungestörtem Kurs zum Zwergplaneten Pluto. Die Raumsonde werde bald den Planeten Jupiter passieren, dessen Anziehungskraft die Geschwindigkeit der "New Horizons" deutlich um 14.000 Kilometer pro Stunde auf insgesamt 84.000 km/h beschleunigen soll, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag in Washington mit.

Die schnellste Raumsonde in der Geschichte der Menschheit wird demnach den Jupiter voraussichtlich am 28. Februar erreichen. "Die Energieversorgung funktioniert ausgezeichnet, alles läuft bestens", sagte der verantwortliche "New Horizons"-Ingenieur Alan Stern. "Die Anziehungskraft des Jupiters spart uns drei Jahre auf unserer Reise zum Pluto." Im Sommer 2015 soll die Sonde Pluto erreichen.

"Swing-by"-Manöver

Ein so genanntes "Swing-by"-Manöver soll der Sonde die zusätzliche Geschwindigkeit sichern. Die "New Horizons" wird den Plänen zufolge durch das Anziehungsfeld des Jupiters fliegen und so einen Teil seiner Bewegungsenergie übernehmen. Die Sonde müsse dafür aber in einen 800 Kilometer breiten Korridor gesteuert werden. "Das ist ein ziemlich kleiner Platz, wenn man bedenkt, dass sie hunderte Millionen Meilen weg von zu Hause ist", sagte Stern, "unsere wichtigste Aufgabe ist es, das sicher hinzubekommen."

Die Sonde soll vor allem Pluto erkunden, doch die Forscher erhoffen sich auch neue Erkenntnisse über den Jupiter. An 700 verschiedenen Stellen sollen mit Hilfe von sieben Instrumenten Daten erfasst werden. Nähere Erkenntnisse erhofft sich die NASA über die Jupiter-Vulkane, die stürmische Atmosphäre sowie die Jupiter-Ringe und seine vier Monde. "Das wird die bislang detaillierteste Erforschung des Jupiters", so John Spencer, der stellvertretende Direktor des "New Horizons"-Projektes. Die Bilder sollen 30 Mal präziser als die bisher vorliegenden werden.

Die Sonde wurde am 19. Jänner 2006 gestartet. Die Kosten des Projekts betragen rund 700 Mio. Dollar (534 Mio. Euro) bis zum Jahr 2016. (APA/dpa)