Nach dem verlängerten Wochenende (die Märkte waren am Montag aufgrund des Martin-Luther-King-Tages geschlossen) erfolgte ein holpriger Start in die heisseste Phase der Berichtssaison. Von konjunktureller Seite kamen unterschiedliche Impulse. So stiegen die Umsatzerlöse im Einzelhandel, die als wichtiger Konjunkturindikator gelten, stärker als erwartet an. Die Steigerung betrug im Dezember 0,9%, Analysten waren von lediglich 0,7% ausgegangen. Weiters gab das Arbeitsministerium einen unerwartet deutlichen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bekannt. Die Kongressrede von Fed-Chef Bernanke sorgte für Katerstimmung, da nachdrücklich vor dem ausufernden US-Haushaltsdefitzit gewarnt wurde. So gehen die US-Märkte trotz des weiter deutlich gesunkenen Ölpreises mit negativen Vorzeichen aus der Handelswoche. Der Dow Jones konnte intraday zwar ein Alltime- High bei 12.614 Punkten markieren, verliert letztlich jedoch knapp 0,2%. Herbe Verluste musste der Nasdaq Composite verbuchen, der Technologieindex verliert 2,4%. Der S&P500 verbucht ein kleines Minus von 0,3%.

Im Technologiesektor begann die Berichtssaison turbulent. Vergangenen Freitag brachen Aktien des Chip-Konzerns AMD um mehr als 10% ein. Der zweitgrößte Hersteller von Mikroprozessoren kündigte an, dass der Umsatz im 4. Quartal die Markterwartungen verfehlen werde und der operative Gewinn wesentlich niedriger als im Vorquartal ausfallen soll. Auch der größte Konkurrent Intel enttäuschte die Anlegergschaft. Bei Umsatz und Ergebnis mussten deutliche Rückgänge verbucht werden, die Analystenschätzungen konnten dennoch übertroffen werden. Enttäuscht zeigte man sich über die Margen-Entwicklung, die Aktie knickt in weiterer Folge um mehr als 5% ein. Apple konnte überzeugende Zahlen legen, wurde für den konservativen Ausblick jedoch abgestraft. So lag das EPS bei USD 1,14, während Analysten von USD 0,78 ausgegangen waren, auch der Umsatz lag mit USD 7,1 Mrd. knapp 10% über der Markterwartung. Bei Analysten sorgten die Zahlen überwiegend für Abstufungen, die Aktie verliert 7%.

Wesentlich besser startete die Finanzbranche in die Berichtssaison zum 4. Quartal. Wells Fargo blieb bei den Gewinnerwartungen im Rahmen der Erwartungen, der Ausblick überraschte die Analysten hingegen positiv. Gewinne von fast 4% verzeichneten Papiere von TD Ameritrade. Der Online-Broker hat seinen Gewinn im ersten Quartal um 69% gesteigert und die Erwartungen des Marktes damit klar übertroffen. Die drittgrößte Bankgesellschaft der USA, J.P. Morgan Chase, legte starke Zahlen vor. Das EPS konnte um 68% gesteigert werden, zudem wurde ein ambitionierter Ausblick präsentiert. Der Discount-Broker Charles Schwab konnte den Gewinn im vierten Quartal zwar um 150% steigern, die Erwartungen wurden trotzdem verfehlt. Die Aktie gibt 5% ab.

In der nächsten Handelswoche erwarten wir die Quartalszahlen einiger weiterer Schwergewichte (Pfizer, EMC, GM, Ford). Nachdem 70 Unternehmen aus dem S&P 500 Zahlen gelegt haben, fällt das Fazit durchwachsen aus. So lagen 48,6% der Ergebnisse über den Erwartungen, 21,4% im Rahmen der Schätzungen und 30% der Unternehmen enttäuschten die Analystenerwartungen.