Melbourne - Die Tennis-Australian-Open haben am Samstag in Einzel-Runde drei mit einer Ausnahme Favoriten-Siege gebracht. Überraschend kam nur das klare 6:1,6:2 von Vera Zwonarewa (22) gegen Ana Ivanovic (13), womit die Serbin gegen die Russin um ein Game weniger machte als die Vorarlbergerin Tamira Paszek in der Runde davor. Ansonsten kamen aber primär alle angetretenen Top-Ten-Spieler ins Achtelfinale.

Bei den Damen allen voran Maria Scharapowa, die topgesetzte Russin ließ der Italienerin Tathiana Garbin (30) nach 0:2-Rückstand bis zum 6:3,6:1 nur zwei Games. "Mit Fortdauer des Spiels habe ich mich immer besser bewegt", erklärte die siegreiche Linz-Triumphatorin. "Ich habe dann mehr Druck auf sie gemacht. Aber ich kann noch besser." Es ist das neunte Grand-Slam-Turnier in Folge, in dem Scharapowa in der zweiten Woche noch dabei ist.

"Business as usual" bei den Damen

Die Belgierin Kim Clijsters (4) hatte bei ihren letzten Australian Open Alona Bondarenko (29) nach exakt einer Stunde 6:3,6:3 besiegt, lobte danach ihre Gegnerin. "Sie hat eine große Zukunft", sagte Clijsters über die Ukrainerin. Martina Hingis (6) benötigte nur zwei Minuten länger, um sich gegen die Japanerin Aiko Nakamura mit 6:2,6:1 durchzusetzen. Ihre Landsfrau Patty Schnyer (8) eliminierte Lokalmatadorin Alicia Molik (WC) 3:6,6:2,6:0.

Scharapowa trifft im Achtelfinale auf die gegen Ivanovic stark spielende Zwonarewa. Die Russin hat bei einem Grand Slam im Einzel erstmals seit den US Open 2004 eine erste Woche überstanden. Die Gegnerinnen von Clijsters, Hingis und Schnyder werden am Sonntag ermittelt, Regen machte diese Verschiebung notwendig. Auch das deutsche Duell Florian Mayer - Tommy Haas (12) und Tomas Berdych (CZE-13) - Dmitrij Tursunow (RUS-21) steht aus.

Nalbandian machte es spannend

Die "weiße Weste" der Top Ten beschmutzte fast David Nalbandian. Wie in Runde 1 gegen Janko Tipsarevic (SRB) kam der Argentinier gegen Sebastien Grosjean (FRA-28) nach Zweisatz-Rückstand und Matchbällen gegen sich zurück, siegte 5:7,4:6,7:6(4),6:4,6:1. Bei 4:5 und 0:40 bei eigenem Service in Satz 3 hat wohl niemand auf Nalbandian gesetzt. "Ich gewinne lieber in 3 Sätzen, aber manchmal geht das nicht", meinte er nachher trocken.

Damit ist der 25-Jährige der letzte Spieler von Österreichs Daviscup-Gegner Argentinien im Bewerb, denn der jedoch nicht den Team-Bewerb spielende Juan-Ignacio Chela unterlag David Murray (15) 3:6,2:6,4:6. Der Brite trifft nun auf Rafael Nadal (2), der Spanier fertigte den Schweizer Stanislas Wawrinka (31) dreimal mit 6:2 ab. Damit hat Nadal seinen Rekord gegen Schweizer auf 9:3 gesteigert und sein bestes Melbourne-Ergebnis bereits eingestellt.

Der Russe Nikolaj Dawidenko (3) wurde in seinem Match gegen den 34-jährigen Fabrice Santoro nur im ersten Satz gefordert, setzte sich aber 7:6(1),6:2,6:2 durch. Sein nächster Gegner ist Berdych oder Tursunow. Im US-Duell mit Robby Ginepri beeindruckte weiter James Blake (5), gewann in nur 113 Minuten 7:6(7),7:5,6:2. Ginepri hatte freilich seine Chancen, fand im 1. und 2. Satz je einen Satzball vor. So aber stellte Blake im Head-to-Head auf 3:2.

Der Masters-Cup-Finalist bekommt es nun mit Fernando Gonzalez (10) zu tun. Der Chilene beendete die Träume von Lokalmatador Lleyton Hewitt (19), der Australier verlor 2:6,2:6,7:5,4:6. "Die ersten zwei Sätze habe ich unglaublich gespielt", meinte Gonzalez, und Hewitt sah es realistisch: "Wenn er so spielt, kann man kaum etwas machen." Übrigens haben auch Gonzalez und Blake jeweils ihr Top-Abschneiden bei den Australian Open schon eingestellt. (APA/Reuters)