Wien - In der Affäre um die alten Fotos von FPÖ-Klubobmann Heinz-Christian Strache verlangt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer Aufklärung. "Zum einen verlange ich natürlich Aufklärung und Klarstellung seitens des FPÖ-Klubs. Das ist eine Selbstverständlichkeit, dass hier nicht Ungereimtheiten im Raum stehen bleiben", sagte sie im ORF-Parlamentsmagazin "Hohes Haus". Als Nationalratspräsidentin sei sie aber zu keiner Handlung aufgefordert. Sie erwartet sich die Aufklärung und Klarstellung nicht nur von Strache, sondern vom FPÖ-Klub.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes wartet unterdessen mit einer neuen Enthüllung im Fall Strache auf: Wolfgang Neugebauer vom DÖW erklärt laut einer "Hohes Haus"-Vorausmeldung, dass Straches Name bzw. Telefonnummer im Telefonbuch von Franz Radl finde. Radl war als früherer Aktivist der "Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition" (VAPO) laut Neugebauer "einer der wichtigsten Funktionäre dieser rechtsextremen Gruppierungen, der im Zusammenhang mit den Briefbomben verdächtigt, aber nicht verurteilt worden ist". Im Jahr 2005 kandidierte Radl mit der Liste "Franz" erfolglos bei der steirischen Gemeinderatswahl in Fürstenfeld.

Die "Kleine Zeitung" (Sonntag-Ausgabe) machte unterdessen als Ursprungsort der Strache-Fotos das Kärntner Glantal aus. Dort habe Anfang der 80er-Jahre die "Wiking Jugend" - eine neonazistische Jugendorganisation, die in Deutschland 1994 verboten wurde - mehrwöchige Zeltlager abgehalten. Die seien von der damaligen Staatspolizei überwacht worden, es seien verbotene Fahnen eingeholt und einmal ein deutscher Betreuer auf der Stelle aus Österreich ausgewiesen worden.

Hausherr des Areals am Fuß des Ulrichsberges in Zweikirchen in der Gemeinde Liebenfels sei Karl Kirchmayer. Ob Strache bei den Zeltlagern war, sei strittig. Aber die Fotos würden ihn in Zweikirchen zeigen, vor dem Kriegerdenkmal und auf der Burgruine Hardegg, die auch Kirchmayer gehört, schreibt die "Kleine Zeitung". Strache habe mitteilen lassen, dass ihn die Fotos "bei einem privaten Treffen mit Mitgliedern des Pennäler Rings in Maria Saal" zeigten, mit der "Wiking Jugend" habe das "nichts zu tun". (APA)