Wien - Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner soll im Gefolge der Pleite des Skiherstellers Atomic 1998 beim damaligen Innenminister Karl Schlögl (SPÖ) interveniert haben, um Ermittlungen der Polizei zu stoppen, berichtet das Nachrichtenmagazin profil. Atomic-Gründer Alois Rohrmoser hatte (wie mehrfach auch im Standard berichtet) 1996 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Kriminalabteilung Salzburg eingebracht. Um Ermittlungen zu unterbinden, habe sich Elsner mehrfach an Schlögl gewandt, dieser habe ihn aber "vor Zeugen rausgeschmissen", sagt der heutige Bürgermeister von Purkersdorf (NÖ).

Atomic hatte 1,5 Mrd. Schilling (109 Mio. Euro) Schulden. Auf Drängen der Hausbank Bawag musste Rohrmoser das Unternehmen in eine GmbH umwandeln, sämtliche Forderungen zugunsten der Bawag verpfänden und den Gang zum Konkursrichter antreten. Im Herbst 1994 wurde das Verfahren eröffnet, parallel dazu leitete die Bawag den Verkauf an den finnischen Amer-Konzern ein. Amer hatte alles Werthaltige aus der alten Atomic for Sports GmbH übernommen und dafür 750 Mio. Schilling bezahlt sowie zudem Schulden von 950 Mio. Schilling übernommen, woraus sich ein Gesamtkaufpreis von 1,7 Mrd. Schilling ergibt. Über zwölf Jahre sollte das Verfahren dauern und 2006 ein überraschendes Ergebnis bringen: eine Quote von durchgerechnet 93,5 Prozent.

Ab 26. Jänner soll die Causa Atomic nun im Banken-Untersuchungsausschuss neu aufgerollt werden. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.1.2007))