Moskau - Russland wird seinen fernöstlichen Weltraumbahnhof Swobodny in diesem Jahr aus finanziellen Gründen schließen. "Die drei Startsilos sollen entweder gesprengt oder mit Beton gefüllt werden", kündigte der Befehlshaber der russischen Weltraumraketentruppen, Generaloberst Wladimir Popowkin, am Montag an.

Auf der 8.000 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Anlage bleibe nur eine Messstation, sagte Popowkin nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Der größte von Russland betriebene Weltraumbahnhof Baikonur liegt seit dem Zerfall der Sowjetunion in der unabhängigen Republik Kasachstan.

Prioritätenverschiebung

Von dem vor zehn Jahren auf der Basis einer Raketeneinheit gegründeten Weltraumbahnhof Swobodny sollten ursprünglich alle russischen unbemannten Starts durchgeführt werden. Zuletzt waren in Swobodny noch 5.000 Menschen beschäftigt. In den vergangenen Jahren wurde aber dem Weltraumbahnhof Plessezk bei Archangelsk Priorität eingeräumt.

Von Swobodny wurden bisher fünf Satelliten ins All geschossen, zuletzt der israelische Eros-1B im April des Vorjahres. 2007 soll von Swobodny noch ein letzter ausländischer Satellit in den Orbit befördert werden. Ab 2008 sollen modernisierte russische Sojus-Raketen auch vom Startplatz Kourou auf Französisch-Guayana ins All fliegen. (APA/dpa)