München - Der Elektronikhersteller Fujitsu hat einen Durchbruch in der magnetischen Speichertechnologie bekannt gegeben: Auf Basis der "patterned media" genannten Technologie sei es gelungen, den Datenbereich auf der Magnetscheibe des Prototypen mit 25 Nanometer großen Vertiefungen zu strukturieren. Dadurch soll künftig eine Datendichte von einem Terabit pro Quadratzoll erreicht werden. Derzeit weisen herkömmliche Festplatten eine Datendichte von 400 Gigabit pro Quadratzoll auf. Mit dieser Technik sollen vor allem kleinere Formfaktoren der Harddisks ermöglicht werden.

Bislang besteht die Magnetschicht der Harddisk aus Partikeln, die sich nach der unterschiedlichen Polarität zu magnetischen Inseln verbinden und Bits speichern. In konventionellen Laufwerken berühren sich die Bits gegenseitig. Verkleinert man die magnetisierten Partikel innerhalb der Bits, kann dies zu Datenverfälschung führen. Die Herangehensweise der Techniker ist nun, die Größe dieser magnetischen Inseln und deren Abgrenzung zueinander zu definieren. Durch die per Laser auf die Magnetscheibe aufgebrachte Struktur soll dies ermöglicht werden. Bei den strukturierten Medien sind die Bits voneinander getrennt und kleiner, damit das Risiko von Datenzerstörung reduziert wird. Für die Miniaturisierung der Festplatten stelle diese Technik einen weiteren Meilenstein dar, so Fujitsu in einer entsprechenden Aussendung.

"Thermal Assisted Magnetic Recording"

Patterned Media basiert auf der im November 2006 präsentierten Technologie namens "Thermal Assisted Magnetic Recording". Bereits im Juni 2005 gab Fujitsu erste Forschungsergebnisse mit Patterned Media Recording bekannt. Seinerzeit wurden erstmals Aluminiummedien mit Hilfe der Pre-Pit-Technik bearbeitet, wodurch Nano-Lochmuster mit extrem hoher Dichte und geordneten Strukturen erzielt werden konnten. Eine Methode namens Land/Groove-Strukturierung erlaubt zusätzlich die Erzeugung von diskreten Spuren, in welche die Nano-Lochmuster geformt werden können. Diese Fortschritte in der Patterned Media Technologie dienen als Grundlage zur Entwicklung von Festplatten mit hohen Speicherkapazitäten und kleinerem Formfaktor.

Sowohl in Unternehmen als auch im Mobil-Bereich wachse die Nachfrage nach Festplatten mit hohen Kapazitäten und kleinem Formfaktor. Hersteller von Datenbankservern und NAS- beziehungsweise SAN-Systemen fragen Modelle nach, die höhere Speicherkapazitäten aufweisen, dabei aber weniger Energie benötigen und weniger Hitze ausstrahlen. Die Hersteller von Unterhaltungselektronik und Notebooks zeigen großes Interesse an diesen neuen HDD-Technologien, um den Bedarf des Marktes an flachen Hochleistungsprodukten erfüllen zu können.(pte)