Graz/Wien - Die Zahl derer, die von Studiengebühren befreit werden wollen, weil sie ehrenamtlich tätig sind, wächst in ganz Österreich. Neben Freiwilligen Feuerwehren, dem Roten Kreuz, 11.000 Jungscharleitern und der Bergrettung fordern nun auch Blasmusikvereine die Befreiung.

In Graz befassten sich am Montag nach der Landesregierungssitzung SPÖ und ÖVP mit diesen Forderungen. Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) übte dabei erneut Kritik an Alfred Gusenbauer und seinem "unausgegorenen Plan". Voves hat "volles Verständnis für alle ehrenamtlichen Bereiche". Nun zeige sich nicht nur, "welcher Unfug da eingeleitet wurde, sondern auch, dass damit jede Ehrenamtlichkeit untergraben wird". So sei es für einen Lehrling, der bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, unfair, wenn er nichts dafür zurückbekomme. Eine Lösung sei aber nicht sein Problem, sagte Voves: "Der die Geister gerufen hat, soll sie auch zurückrufen."

Landes-VP-Chef Hermann Schützenhöfer will indes einen Katalog erstellen lassen, der festlegt, was als Ehrenamt gilt: "Denn schließlich ist man ja auch freiwillig in einer Partei. Da könnte man das auch auf die ÖVP- oder die SPÖ-Jugend ausdehnen." (cms/DER STANDARD Printausgabe, 23. Jänner 2007)