Wien - Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) geht für Österreich in ihrem jüngsten Bericht von einer stabilen Ratingentwicklung aus. Außer Niederösterreich wurden alle Bundesländer mit einem stabilen Ausblick versehen, was auf eine äußerst robuste Kreditwürdigkeit hinweist, so S&P. Alle fünf gerateten Bundesländer verfügen über die beiden höchsten Ratingstufen: Tirol, Oberösterreich und Wien wurden mit "AAA", die Steiermark und Niederösterreich mit "AA+" bewertet.

Niederösterreich habe von allen Bundesländern die größten Schulden, begründet S&P seinen negativen Ausblick für Niederösterreich. Die Agentur schlägt daher vor, die Finanzplanung des Landes transparenter zu gestalten und eine nachhaltige Finanzpolitik zur Schuldenreduktion einzuschlagen, um das Rating halten zu können. Ein weiterer Anstieg der Schulden würde das Rating dagegen unter Druck bringen, heißt es im Bericht.

In Deutschland sind neun Bundesländer geratet, davon eines nur mit einem Kurzfristrating. Die Langfristratings deutscher Bundesländer reichen von 'AAA' bis 'AA-', alle Ratings haben einen stabilen Ausblick.

Stabile Bonität

Im allgemeinen geht die internationale Ratingagentur für 2007 von einer stabilen Bonität bei den europäischen Gebietskörperschaften aus. 81 Prozent der Ratings - insgesamt 158 in 23 europäischen Ländern - sind nach dem heute veröffentlichten Bericht mit einem stabilen Ausblick versehen. Bei den übrigen 19 Prozent der Ratings überwiegen die positiven Ausblicke die negativen.

Im vergangenen Jahr seien die Ratingmaßnahmen gemischt gewesen, so die S&P-Analysten. In Westeuropa habe es mehr Herabstufungen gegeben, in Osteuropa dagegen die meisten Heraufstufungen. Die Downgrades in Westeuropa seien im wesentlichen auf die Herabstufung des Länderratings von Italien zurückzuführen, die zu entsprechenden Ratingänderungen derjenigen Gebietskörperschaften geführt haben, deren Rating auf dem Niveau Italiens lagen und entsprechend angepasst wurden. Analog dazu führte die Heraufstufung des Ratings von Russland zu entsprechenden Ratingverbesserungen russischer Gebietskörperschaften.

Etwa 70 Prozent aller Ratings entfallen auf Westeuropa. Im vergangenen Jahr hat es mit acht neuen Ratings den größten Zuwachs in Osteuropa gegenüber lediglich drei in Westeuropa gegeben. Von insgesamt 47 Ratings in Osteuropa sind 17 mit einem positiven Ausblick versehen, was über die nächsten zwei Jahre möglicherweise zu einigen Heraufstufungen führen könnte, heißt es im Bericht. (APA)