Hamburg/Lübeck - Der Streit um die Verwertung von Kinofilmen auf DVD geht in eine neue Runde. Die Kinobetreiber Cinemaxx und Cinestar wollen zum Start der neuen Programmwoche am Donnerstag drei Filme des US-Verleihers 20th Century Fox aus dem Programm nehmen. Sollte es bis zum Mittwochabend keine Einigung über die Frist für die DVD-Verwertung von Kinofilmen geben, werden die Filme "Eragon", "Nachts im Museum" und "Rache ist sexy" nicht mehr gespielt, sagte ein Cinestar-Sprecher am Mittwoch in Lübeck und bestätigte einen Bericht des "Handelsblatt" vom Donnerstag. Auch Marktführer Cinemaxx wird die Filme nicht mehr aufführen, sagte ein Sprecher.

Drei Monate satt sechs

Eine rasche Einigung gilt allerdings als unwahrscheinlich. Hintergrund für den Protest sind Pläne des Verleihers Fox, die betroffenen Filme bereits drei Monate nach dem Kinostart auf DVD zu vermarkten. Damit halbiere das Unternehmen die sonst übliche sechsmonatige Frist, heißt es in einer Mitteilung des Hauptverbands Deutscher Filmtheater (HDF). Das US-Unternehmen schwäche damit "ohne jede Rücksicht auf bestehende Marktgepflogenheiten die Kino- Auswertung im Bundesgebiet". Fox wollte die Pläne der Kinobetreiber am Mittwoch nicht kommentieren, sagte ein Sprecherin in Frankfurt.

Die Betreiber seien bei den aktuellen Filmen vor vollendete Tatsachen gestellt worden, kritisierte Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt. "Wir empfinden das als schlechten Stil." Bereits vor eineinhalb Jahren habe Cinemaxx-Chef Hans-Joachim Flebbe angekündigt, Filme, die nach weniger als vier Monaten auf DVD erscheinen, nicht mehr zu spielen. Eine vertragliche Regelung für die Frist gibt es aber nicht.

Von einem Boykott wollte Schmidt nicht sprechen. Es gebe laufend Gespräche. Allerdings könnten die Betreiber in dieser Situation kaum auf die Verleihfirmen zugehen. Es sei "ärgerlich für uns und für unsere Besucher". Zudem bedeute der Verzicht auf Filme aus den Top- Ten der Kinocharts auch für die Kinos erhebliche Umsatzeinbußen, ergänzte Cinestarsprecher Thomas Schulz. (APA/dpa)